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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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334 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjiihrigen Kriege ete.

nicht. Urtheil und Recht sprach der Woiskowoi-Richtor nach seinerUeberzeugung, in wichtigen Fällen nach Berathung mit den Koschewoi-Atamans und Starschinen. Diebstahl, Nichtbezahlung von Schulden,Ehebruch und Mord galten für die höchsten Verbrechen und wurden meist Erstere mit Freiheitsentziehung, Letztere mit dem Tode bestraft.

Die gewöhnliche Waffe der Saporoger war die Flinte, mit welchersie sehr sicher schössen. Im Feldzug hatte jeder Kasak Säbel, 2 Flinten,6 Pfund Pulver im Pulverhorn und eine hinlängliche Anzahl Kugeln.

Züge zur See waren ihre liebsten und Hauptunternehmungen. Fastjährlich zogen sie, nicht über 78000 Mann gemeinsam, auf dem Dnjcprund schwarzen Meere aus, mit Tataren und Türken kämpfend, und siein der Krym, oder auf dem Meere oder den Küsten der europäischen undasiatischen Türkei angreifend. Hatte der Koschewoi-Ataman einen See-zug bewilligt, so bauten sie an dem Versammlungsorte Tschaiki odergrosse Kähne von besonderer Construction und stachen dann in Flotillenvon 80100 Tschaiken unter Führung eines aus ihrer Mitte gewähltenPochodny-Ataman kühn in See. Jede Tschaike war gewöhnlich mit 6070 Kasaken, 2 Falkonets und den erforderlichen Munitions-, Kriegs-und Proviantvorräthen bemannt und ausgerüstet.

Zu Lande fochten sie zu Fuss, im Tabor, von den Fahrzeugen um-geben, oder in Schanzen und Festungen,- mit mehr Muth, Tapferkeit undVcrständniss als zu Pferde und im freien Felde.

Stark an Körper und Geist, unermüdlich, kühn, leidenschaftlich dieFreiheit und den Krieg liebend, ertrugen sie mit Leichtigkeit Kälte undHitze, Hunger und Durst, alle möglichen Strapatzen und Entbehrungen,verachteten die Gefahr, schlugen ihr Leben gering an, fochten mit ver-zweifelter Tapferkeit, und zogen den Tod der Gefangenschaft vor.

Hierin wie im ganzen Kriegswesen überhaupt waren die kleinrus-sischen Kasaken den Saporogern sehr ähnlich.

§. 179.Don- und andere östliche Kasaken.

Die donischen Kasaken werden in der Geschichte Kusslands zum1. Male im Jahre 1549 erwähnt, in der Beschwerde des Nogaien MursenJ ussuf über die Kasaken, welche auf 34 Stellen am Don Städtchenerbaut hatten und die Nogaien beunruhigten. Johann IV. aber schütztedie Don-Kasaken und erwarb in ihnen treue Verbündete und nützlicheWächter der russischen Sudgrenzen gegen die Krym-Tataren. Seit Mittedes 16. Jahrhunderts erscheinen die Donschen Kasaken schon im Ver-bände der russischen Armee (zum 1. Male bei der Unterwerfung vonAstrachan, 1554). Sie leisteten Johann IV. in seinen Kriegen mit der