332 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum ilreissigjiilirigen Kriege etc.
bensfreiheit u. s. w. Mehr noch that aber Stephan Bathori für sie.Er verlieh ihnen noch weitere Vorrechte, zeigte Milde und Toleranz gegensie und gab ihnen, in der Absicht am Dnjepr eine aufmerksame Grenz-wache gegen die Tataren zu bilden, eine regelrechte Kriegs-Verfassung,das von Sigismundl. Gegründete vollendend. Er gab ihnen eine voll-kommene Armee-Formation, theilte sie in 10 Regimenter nach der Zahlder Kreise oder Bezirke, die Polki in Ssotnien, setzte Starschini (Aeltcste)über sie, und belehnte ihren Anführer, Fürst Bogdan Roshinski, mitden Hetmans-Kleinodien : der königlichen Fahne mit dem weissenAdler. Hetmans-Stab (Buntschuk), der Keule (Bulawa, Feldherrnstab),und dem Woiskowaja-Siegel (Kasaken-Heer-Petschaft). Die Gesammt-zahl der Dnjepr-Kasaken belief sich damals auf 26000, von denen 6000auserlesene oder registrirte, die Grenz-Wache, und 20000 die innereWache bildeten. Die Ersteren wurden aus den Letzteren ergänzt. Jederregistrirte Kasak hatte Pferd. Flinte und Pike, erhielt jährlich 1 DukatenSold und einen Pelz. Die Kasaken im Dienst unterstanden dem Gerichtder Starschinen bei den Regimentern und Ssotnien, in Bezug auf länd-liche Angelegenheiten den Bezirksrichtern nach dem lithauischen Statut.Die Starschinen waren Generale: der vom Train, vom Gericht,Schreiber, Jessaul, und vom Banner; und Obersten, Ssot-niki und Atamany. Ausserdem schenkte Stephan Bathori denKasaken die Stadt Traktomirow (Terechtemirow) am Dnjepr, erlaubteihnen sich bis nach Kiew hin anzusiedeln und auf der linken Dnjepr-Seite sich in Besitz von Perejaslawl, Poltawa und Mirgorod zu setzen,als Residenz aber für den Hetman erbaute er am Seima-Flusse eineStadt, welche nach ihm Baturin genannt wurde.
Zu dieser Zeit waren die kleinrussischen Kasaken schon gänzlichvon den Ostrowitjanen (Inselbewohnern) oder Saporoger Kasakengetrennt. In Städten und Dörfern lebend machten die Ersteren mehr undmehr sich mit der Civilisation bekannt. Die Letzteren hingegen lebtennach wie vor auf den Dnjepr-Inseln, unbeweibt, ihren Koschewoi-Ataman's gehorsamend, hatten ihre alte Freiheit und Wesen unverändertbeibehalten und fuhren in alter Weise fort, unaufhörliche Einfälle zuLande und besonders zur See in die Krym und Türkei zu machen, gegenTataren und Türken, obgleich sie mit den kleinrussischen Kasaken ge-meinschaftlich dem Hetman unterstellt waren und mit ihnen an denKriegen Polens gegen Tataren und Türken theilnahmen. Die zur Ver-geltung hierfür von den Tataren ausgeführten fortwährenden Einfälle inPolen waren der Anlass zu strengern Maassregeln Sigismund's III.in Bezug auf die kleinrussischen Kasaken, sogar zu schwerer Bedrückungderselben, welche noch durch die gewaltsame Einführung der Union beiihnen verdoppelt wurden. Sigismund III. stellte die kleinrussischen