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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Das russische Reich (14021613). 305

1573 wurde den Stahitschniki befohlen, dass sie, wenn sie einander beiihren Patrouillenritten an den natürlichen Grenzen begegneten, die Er-kennungszeichen austauschen sollten, um den Offizieren den Beweis zuliefern, dass sie, die Stanitschniki, wirklich bis zu der vorgeschriebenenGrenze geritten seien. Unter NikitaRomanowitschJurjew wurdeseit dem Jahre 1577 der Stanitzendienst noch weiter entwickelt und ge-nauerfestgestellt, den Stanitzen-Bojaren-Kindern Gehalt ausgesetzt, jähr-lich im Rasrjad ausführliche Listen von allen Stanitzen und Storoshen,welche im Lauf des Jahres im Dienste gewesen waren, angefertigt, mitAngabe aller Dienstritte, der Tage, wie lauge Jeder unterwegs gewesen,wann er an dem vorgeschriebenen Orte angelangt war, wann und mitwem er die Losung getauscht hatte u. s. w.

§. 172.Innere Organisation und Geist der Truppen.

Die innere Organisation des russischen Heeres beginnt seit der ZeitJoliann'sIII. sich in neuen dem Einheitsstaate conformen, der poli-tischen, staatlichen und Kriegsverfassung Russlands entsprechendenFormen zu entwickeln und erscheint in ihrer besondern Gestalt. Jo-hann III. legte den Grund zu einer neuen Kriegsverwaltung und Char-geneintheilung, welche sich allmählich weiter ausbildeten und in denHauptzügen bis zu Peter I. fortbestanden. Die wichtigsten dieser Ein-richtungen Johann's III. waren: die Prikasy (Collegien, Gerichts-höfe), die Rasrjady (Klassen, Register), die Eintheilung des Heeresin Polki (Regimenter), die Festsetzung der entsprechenden gegenseitigenBeziehungen der Wojewoden, und die Einführung militärischer Subordi-nation. Einige nehmen an, dass unter Johann III. die Kriegsverwaltung(Administration) von bestimmten Personen auf bestimmte Prikasy(Collegien) im Sinne von ständigen Amtsversammlungen übertragenworden sei. Aber in den historischen Denkmälern jener Zeit geschiehtder Prikasy in diesem Sinne keine Erwähnung. Die Prikasy bedeutetendamals nur Verzeichnisse der Truppen nach den Orten, wo sie sich be-fanden, sammelten u. s. w. In der Bedeutung von Amtsversammlungenerschienen die Prikasy erst später, besonders unter Johann IV. und im17. Jahrhundert. Ursprünglich befassten sie sich mit den bürgerlichenund militärischen Angelegenheiten gemeinschaftlich, als aber später ihreZahl zunahm, hatten einige derselben sich nur mit militärischen Dingenzu beschäftigen. So beschäftigte sich, unter den allgemeinen Prikasen,der R a s r j a d n y P r i k a s oder R a s r j a d mit den niederen Graden derDworjanen, und andern Tschins (Rangstufen) bis zu den Stolniki, stelltesie an. verschickte sie, zog sie vor Gericht u. s. w. Der Pomjästn} r