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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Das russische Reich (14621613). 301

blanken Waffen: Schwert, Säbel, Pallasch 1 ; Degen, kurzer Hauer,Messer, Dolch, Lanze, Pike, Jagdspiess, Morgenstern, Streitaxt, Beil,Streithammer, und zeitweilig (bei der ausländischen Leibwache derUsurpatoren) auch Hellebarden und Partisanen. Die Handfeuerwaffensind oben erwähnt. Die Schusswaffe war der »Ssaadak (Bogen und Pfeile)und die Arkebuse (Armbrust). Die Schutzwaffen bestanden in Brünneoder Panzer mit Zubehör, Kopfbedeckungen verschiedenster Form, undSchilden. Die Panzer oder Brünnen hatten 2 Formen: 1) Hin g p a nz er:Panzerhemd, Maschenpanzer und 2) Sehmiedepanzer: Schuppen-panzer, Kürass u. s. w. Zu der Rüstung gehörten Schulterstücke, Arm-uiid Beinschienen, Hand- und Knieschienen u. s. w. Den Kopf schütztenHelme und Schapkas von verschiedener Gestalt, Kolpaks, Sturmhauben,von Eisen, Kupfer, Filz, Wolle, und türkische Turbans. Die Schildewaren flach oder gewölbt, bisweilen eckig, meist rund.

Einige dieser Waffen waren nur bei der Reiterei im Gebrauch (Säbel,Pallasch u. s.w.), andere nur bei dem Fussvolk (Schwert, Spicss, Helle-barde u. s. w.) , die übrigen bei Beiden. Mit Ausnahme der fremdenSöldner-Leibwachen, der Strelitzen und berittenen zarischen Druschinen,welche in Kleidung und Bewaffnung mehr oder weniger gleichförmigwaren, herrschte darin bei den übrigen Truppen die grösste Verschieden-heit. Die einfachen Krieger (Geineine) trugen meist die T e g i 11 j a (dickegesteppte Kaftans), eiserne Helme, Piken oder Spiesse, die Aermerenerschienen zum Dienst nur mit Saadak und Säbel, oder auch nur mitdem Säbel. Die unteren Befehlshaber, Dworjane und Bojaren-Kindertrugen Panzer oder Panzerhemd, Helme, Kolpaks, seltener türkischeMützen oder kupferne Sturmhauben. Die Wojewoden, Vornehmere undWürdenträger hatten volle Rüstung, reich mit Gold und Silber und sogarEdelsteinen verziert. Ueberhaupt trug damals Jeder, wer irgend konnte,möglichst mehrere Arten von Waffen und Rüstungen, mehr aus asiatischerNeigung zum Luxus, als aus wirklichem Nutzen, und es kam oft genugvor, dass die schweren Waffen und Rüstungen hinter dem Heere aufWagen oder Schiffen folgten.

Die Strelitzen waren meist mit Flinten oder Arkebusen, Säbeln undHellebarden ausgerüstet (die letzteren trugen sie beim Marsche auf denRücken, bei der Aufstellung und im Kampfe pflanzten sie dieselben vorsich in die Erde), zum Theil auch mit Piken. Die berittenen Strelitzen(im Jahre 1606) führten lange Luntengewehre und Saadak's. Die Be-waffnung der fremdländischen Leibwachen war gleich der der Strelitzen.Alle mit Handfeuerwaffen versehene^Ratniki trugen das Zubehör: La-dung, Pulverhorn, Lunten, s. w. vorn auf der Brust, an der Beren-deika, einem Riemen, der über der linken Schulter hing.

Die Fahnen führten das Bildniss des Erlösers oder Josua's, der die