29G HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigj ährigen Kriege etc.
lebten und dienten in Moskau, auf Befehl, für ein Laibes Jahr, genossenviele der Beeilte der moskauischen Dworjanen, und hiessen Shilzen.Die Bechte und Pflichten der Bojaren-Kinder waren dieselben wie der städ-tischen Dworjanen. Die Anzahl der Dworjanen sowohl wie der Bojaren-Kinder war sehr gross, genau ist sie nicht bekannt. Nach den Angabenfremder Schriftsteller soll es zu Ende des 15. und Anfang des 16. Jahr-hunderts allein an Bojaren-Kindern im Ganzen 300000 gegeben haben ('?),
— an moskauischen Dworjanen, die sich ständig in Moskau aufhielten15—20000 (?).
In Fällen von besonderer Wichtigkeit mussten alle die Lehns-Guts-besitzer, welche selbst nicht in den Krieg ziehen konnten (zu alte, ver-wittwete, mit unverheiratheten Töchtern lebende, unerwachsene u. s. w.)Stellvertreter für sich beschaffen , welche keine Lehns-Güter besassen,
— und wenn solche nicht vorhanden waren, so von ihren Leuten oderLeibeigenen in voller Ausrüstung. Von den Erbgütern der Bojaren, Kir-chen , Klöster u. s. w. wurde auf je 20—30 Höfe 1 Mann, gleichfalls involler Ausrüstung, gestellt: diese Batniki hiessen Dato ts chny Lj udi.Datotschen Leute.
Ausser den Dworjanen und Bojaren-Kindern mit ihren Mannen oderLeibeigenen und den Datotschen Leuten gehörten zum Verbände des Heeresnoch: die Strelitzen zu Fuss und zu Pferde (oder Stremjannye)(Leibjäger), — auserlesene russische städtische Kasaken, fremdländischeMieths-Soldaten, und sogar Tataren und verschiedene ihnen früher un-terworfene Stämme, Nogaien, Mordwiner, Tscheremissen u. s. w.
Ausserdem ist noch eine besondere Art ländlichen Aufgebots zu er-wähnen, welche seit dem 14. Jahrhundert bestand und zum Schutz derGrenzen gegen die Einfälle der Tataren und anderer benachbarter Völ-ker, sowie zum Schutze der an den Grenzen aufgeführten Verhaue(siehe unten §. 173) bestimmt war und den Namen Verhau-Wache(sassjätschnaja strasha) führte. Zuerst um das Ende des 15. Jahr-hunderts reden die Chronisten von Grenz -Stanitzen*), unter Jo-hann III. und IV. aber wurden vollständige Grenz-Wächter(ukrainskie storoshi) eingerichtet. Ursprünglich thaten darin diegrenzstädtischen Kasaken den Dienst, welche später in gleichem Bechtemit den Strelitzen standen, und ebenso die Mieths-Tataren, nebst denfremdländischen früher ihnen tributpflichtigen Stämmen. Die Zahldieser Stanitzen wurde besonders unter Johann IV. vermehrt. Seiuerster und bester Gehülfe in der Organisation dieser Grenzwachen unddes Dienstes derselben war der Bojar Fürst Worotynski, welcher imJahre 1571 sich mit den Stanitschniks, Grenz-Wojewoden und andern
Stanitza = Dorf, namentlich der Kasaken. Anm. d. Uobers.