288 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
Kurmysch und schickte seinen Gesandten Begitsch zu Schemjaka.Letzterer erklärte sich zum Grossfürsten und trat mit Ulu-Maclimetin Unterhandlungen wegen dauernder Einkerkerung Wassilji's inKasan. U lu-Machm et aber hielt es für gerathener, Was silj i gegenein grosses Lösegeld freizugeben. Nun redete Schemjaka den Fürstenvon Twer und Moshaisk vor, dass Wassilji seine Freiheit nur unterder Bedingung erhalten habe, dass er verspreche das ganze Grossfürsten-thum Moskau an Ulu-Machmet abzutreten, und verabredete nun mitihnen, dass sie Wassilji seines Grossfürstenthums berauben wollten.In Folge dessen wurde im Jahre 1446 "Wassilji, während er zumTroizki-Kloster sich begab, ergriffen, geblendet und nach Uglitsch ge-schickt"). Schemjaka besetzte Moskau, durch sein grausames Ver-fahren aber hatte er Alle empört, alle Fürsten, Bojaren und das gesammteVolk griffen zu den Waffen, um Wassilji zu befreien, und Ende 1448ward Sehern ja ka gezwungen ihm Moskau zurückzugeben und ihn alsGrossfürsten anzuerkennen, er versprach endlich ihm den geraubtenSchatz zurückzugeben, im Frieden mit ihm zu leben, sich nicht mit denFeinden Moskau's zu verbinden, und nicht nach Jenes Besitzungen zutrachten. Wassilji söhnte sich mit ihm aus, aber Schemjaka hieltNichts von dem, was er versprochen, — und die Folge war ein neuerBürgerkrieg, zum Glück für Bussland der Letzte, der durch die letzteb r u de r m ö r der i s ch e Schlacht beendet wurde.
Schon im Frühjahr 1449, grade zu Ostern, belagerte Schem-jaka (und Fürst Johann von Moshaisk mit ihm) Kostroma, konnte esaber nicht einnehmen, weil eine starke moskauische Garnison unter demFürsten Iwan Striga und Feodor Bassenka darin lag. Und baldrückte auch Wassilji selbst mit einem Heere gegen Schemjaka vor.Bei Rudina an der Wolga stiessen sie zusammen, zu einer Schlacht aberkam es nicht, weil der moshaisk er Fürst mit Wassilj i Frieden schloss.Weiterer Vorkommnisse geschieht keine Erwähnung, im Januar 1450aberzog abermals Wassilji gegen Schemjaka zu Felde, der mitallen seinen Truppen bei Galitsch stand. Am 27. Januar griff Wassilji'sWoj ewode Fürst Obolenski den S c h e m j a k a an und brachte ihm eineentschiedene Niederlage bei. Schemjaka konnte sich kaum durch dieFlucht retten, Galitsch ergab sich an Wassilji, welcher seine Statthalterdaselbst einsetzte.
Schemjaka schloss sich in Nowgorod ein, dann aber bemächtigteer sich, nachdem er eine Truppenmacht gesammelt hatte, im Jahre 1451Ustjug's, wo er Alle aufs Grausamste behandelte, welche nicht an
*) Aus diesem Anlass erhielt Wassilj i den Beinamen Tj emny (der Dunkle,d. h. der Blinde); seine erbarmungslose Blendung erhielt sich im Gedächtniss desVolkes unter dem Ausdruck: Schemj aka's Urtheil, d.h. Grausamkeit.