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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Kriege Ost-Busslands. 287

sich von vielen zu Gefangenen gemachten grosse Lösegelder zahlen, undschickte sich an in Rjäsan zu überwintern, denn der Winter war strenge.Wassilji II. schickte die Wojewoden Fürst Obolenski und An-dre as Go 1 tj aj e w mit Truppen gegen ihn. Sie schlugen Mustapha'sTataren bei Perejaslawl an der Listana, wobei Mustapha den Todfand. Ein andrer tatarischer Heerhaufe nahm dafür Rache durch einenEinfall in das Rjäsansche Grenz-Gebiet und das Mordowsche Land.Anfang des Jahres 1444 bemächtigte sich Ulu-Machmet des altenNishni-Nowgorod und drang bis Murom vor, floh aber, da Wassilji ILmit seiner ganzen Macht gegen ihn anrückte, nach Nishni-Nowgorodzurück, sodass nur die Vortruppen Wassilji's die bei Murom, Goro-chowez und an anderen Orten zurückgebliebenen Tataren zu erreichenund zu schlagen vermochten. Noch im Frühling aber desselben Jahres1444 schlössen 2 Söhne Ulu-Machmet's Nishni-Nowgorod ein, dessenbeide Wojewoden, von Hunger getrieben, die Stadt anzündeten und zuWassilji flohen, der aus Jurjew und von da nach dem St. Petrus-Tagenach Susdal gezogen war, wo er an dem Kamenka-Fluss stand. Am6. Juli wurde alarmirt und sein Heer rückte gegen die Tataren aus,kehrte aber um, da diese nicht erschienen. Wassilji verbrachte diehalbe Nacht in einem Zechgelage mit den Fürsten und Bojaren, dannbegaben sie sich zur Ruhe und schliefen bis zum späten Morgen, underhielten nun plötzlich-die Nachricht, dass die Tataren schon den FlussNerl durchschwämmen. Wassilj i Hess sogleich seine Truppen aus denverschiedenen Lagern zusammenberufen, er selbst wartete sie nicht ab,sondern zog mit dem grade zur Hand befindlichen kaum 1500 Mannstarken Haufen den Tataren entgegen. Bei den Euphemiew-Klosterstiessen sie auf die Tataren und trieben sie zurück, verfolgten aber inUnordnung, plötzlich wendeten die Tataren sich um, schlugen sie aufsHaupt, nahmen den verwundeten Wassilji gefangen, und zerstreutensich zum Plündern in der Umgegend.

Die Kunde von Wassilji's Gefangennehmung erregte in MoskauTrauer und Furcht, um so mehr, als bald danach (14. Juli) Moskau voneiner furchtbaren Feuersbrunst heimgesucht wurde, wobei viele Menschen,aller Art Waaren, Güter u. s. w. verloren gingen; und als nun dieFamilie Wassilji's sich von Moskau fort nach Rostow begab, brach inMoskau ein Volks-Aufruhr und grosse Unordnung aus. Endlich aberbegannen, aus Furcht vor den Tataren, Alle sich zur Vertheidigung zurüsten.

Inzwischen waren die Tataren auf Wladimir gerückt, hatten es abernicht zu erstürmen gewagt und gingen daher weiter auf Murom und vonda auf Nishni-Nowgorod. Von hier begab sich Ulu-Machmet mitseiner gesammten Streitmacht und dem gefangenen Wassilji nach