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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Kriege Ost-Kusslands. 285

am Ufer der Kotorosta zusammen, wurde geschlagen und floh nachKaschin. Hier sammelte er neue Truppen, fiel plötzlich über Wologdaher, wo eine moskauische Garnison lag. nahm die moskauischen Woje-woden und Dworjanen gefangen, schickte zu den Wjatitschen, welcheauch gleich erschienen, und nahm dann hinter dem Kostroma-Flusse,linkem Nebenflusse der Wolga, Stellung. Wassilji II. marschirte gegenihn und stellte sich bei dem Ignatiew-Kloster auf dem Räume zwischenWolga und Kostroma auf, durch letzteren Fluss von dem Gegner getrennt.Dies verhinderte, wie schon so oft, einen Kampf, und die Fürsten söhn-ten sich aus: Wassilji gab Dmitrow an Kossoi und schloss ein Ab-kommen mit ihm. durch welches Jener ihn als Grossfürsten anerkannte.

Aber 1 Monat später begab Kossoi sich aus Dmitrow nach Ko-stroma, erklärte an Wassilj i den Krieg und eilte im Schlitten zu seinemBruder nach Galitsch und von da nach Ustjug, wo wieder die Wjatitschenzu ihm stiessen. Da er die innere Festung von Ustjug nicht mit Gewaltzu nehmen vermochte, so brachte er sie auf Bedingungen in seinen Be-sitz, hielt dieselben aber nicht, sondern tödtete den moskauischen Woje-woden Fürsten Obolenski und viele Einwohner. Während dessen be-gab sein Bruder Schemjaka sich nach Moskau, um Wassilji zu seinerHochzeit einzuladen, Wassilji aber gab Befehl, ihn in Kolomna fest zuhalten, so lange der Krieg mit Kossoi währe. Der 3. Bruder, Di-mitrji Krassny, von sanftem Gemüth, befand sich bei Wassilji'sHeere. Der Letztere stiess in der Provinz Bostow bei dem Dorfe Skorja-tina mit Kossoi zusammen. Kossoi, bei welchem nur der Hof (dieDruschine) Schemjaka's war, konnte nicht hoffen Wassilji zu besie-gen, welcher Dimitrji Krassny, Johann von Moshaisk, und den ausLithauen eingetroffenen Fürsten Johann Baba-Druzkoi bei sich hatte,dessen Regiment nach lithauischer Art mit Piken ausgerüstet war,und so griff er zu einer schimpflichen List. Er schloss mit Wassiljieinen Waffenstillstand bis zum andern Morgen, und als dieser seineTruppen zum Beschaffen von Lebensmitteln entlassen hatte, rückte erplötzlich gegen ihn vor. Wassilji schickte sogleich aus, um seine Krie-ger heran zu holen, ja er blies selber das Signal zum Sammeln. SeineTruppen vermochten auch noch vor K o s s o i' s Eintreffen sich zu ralliiren,und Letzterer wurde besiegt, gefangen und nach Moskau geführt. Alsdann die Wjatitschen den Wojewoden Wassilj i's, Fürst AlexanderBrychaty, gefangen genommen und, nachdem sie ein hohes Lösegeldfür ihn erhalten, ihn dennoch mit sich schleppten, Hess Wassilji denKossoi blenden.

Solche barbarische Grausamkeit, welche in früheren Zeiten stets dieBürgerkriege der Fürsten kennzeichnete, entzündete die Leidenschaftennur noch mehr, und ein Akt der Rache zog deren immer neue nach sich.