284 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
bei St. Nicolai am Berge, und ebenso seinen andern Neffen, den FürstenJohann von Moshaisk. Der Erstere floh nach Nowgorod, der Andere mitseiner Mutter nach Twer; von Jurji aber zum Troizki-Kloster gerufen,zog Letzterer mit Jurji nach Moskau. Nach einer Woche ergab sichMoskau, wobei die Mutter und die Gemahlin Wassilji's II. in Ge-fangenschaft geriethen und nach Swenigorod geschickt wurden. Was-silji II. selbst, nirgends Hülfe findeud, begab sich heimlich von Now-gorod nach Nishni-Nowgorod und stand im Begriff sich vor der Verfol-gung durch Wassilji Kossoi und Dimitrji Schemjaka in dieHorde zu retten, als er plötzlich den unerwarteten Tod Jurji's und dieThronbesteigung von dessen ältestem Sohne Wassilji Kossoi in Mos-kau erfuhr. Die beiden Brüder aber dieses Letzteren, Schemjakaund Krassny, wollten nicht, dass dieser in Moskau regiere und be-riefen Wassilji dahin. Nun kehrte also Wassilji IL nach Moskauzurück, gab an SchemjakaRshew und Uglitsch, an Dimitrji KrassnyBjäshezki-Werch, — und behielt für sich Dmitrow und Swenigorod, in-dem er die Bedingung stellte, dass Schemjaka nicht in Wjatka bleibe,dessen kriegerische Bevölkerung immer für Jurji thätig geholfen hatte.Kossoi entfloh nach Nowgorod, die gewöhnliche Zufluchtsstätte fürsolche Fälle.
Auf diese Weise wiederholten sich in Ost-Russland, wenn auchglücklicher Weise zum letzten Mal, die schlimmen und traurigen innerenKriege der Fürsten um Moskau und das moskauische Grossfürstenthummit vollkommen demselben Charakter wie in der 2. Hälfte der Theilpe-riode (1150—1250), — mit äusserster Erbitterung, fortwährenden Be-fehdungen der Fürsten unter einander, gegenseitiger Vertreibung ausMoskau und andern Städten und Wegnahme dieser Städte, unendlichemVergiessen russischen Blutes und erbarmungsloser barbarischer Krieg-führung, — nicht besser, als wie es die schlimmsten Feinde ■— die Ta-taren — trieben. Fast volle 20 Jahre währte dieser brudermörderischeKrieg, der immer erbitterter wurde und unendlich viel Elend über Ost-Russland brachte, — und das würde noch in erhöhtem Maasse geschehensein, wenn nicht die Horde zur selben Zeit auch von inneren Kriegen zer-rissen und geschwächt gewesen wäre. Da in militairischer Hinsicht dieser20jährige Bürgerkrieg nichts besonders Bemerkenswerthes und Lehr-reiches darbietet, zudem auch denselben Charakter trägt, wie die KriegeDimitrji's Donskoi mit Michael von Twer und Oleg von Rjäsan,oder Wassilji's IL mit Jurji von Galitsch, so ist es auch nicht nöthig,sie ausführlicher zu besprechen, eine Darstellung der hauptsächlichstenallgemeinen Züge genügt.
Im Jahre 1435 war es Kossoi gelungen, in Kostroma eine Streit-macht zu versammeln, in der Provinz Jaroslaw stiess er mit Wassilj i IL