Kriege Ost-Russlands. 281
Ufer stand Witoft mit shmudischen, lithauischen, polnischen und deut-schen Truppen ihm gegenüber. Aber auch diesmal kam es nicht zumKampfe: nachdem sie längere Zeit einander gegenüber stehen gebliebenwaren, schlössen die Fürsten Frieden und gingen auseinander.
Von nun an zeigte Witoft biz zu Wassilji's Tode keine feind-lichen Absichten mehr gegen Moskau, Nowgorod oder Pskow. Währendder Kriege zwischen ihm und Wassilji hatten die Nowgorodzer sichweder für den Einen noch für den Andern erklären wollen, und warenspäter auch nicht mit dem Plane Jagailo's und Witoft's, gemein-schaftlich mit ihnen die lithauischen Ritter zu bekämpfen, einverstandengewesen. Der Zwist zwischen ihnen endete jedoch ohne Krieg mit demFriedensvertrage zwischen Nowgorod und Lithauen im Jahre 1414.Pskow schloss schon im Jahre 1409 einen Frieden auf dieselben Be-dingungen, wie der zwischen Wassilji und Witoft abgeschlossene,an der Ugra.
§. 167.Kriege unter Wassilji II. (1425—1462).
Nach dem Tode Wassilji's I. Dimitrjewitsch (27. Februar1425; wurde, seiner Verfügung gemäss, sein Sohn Wassilji IL Was-siljewitsch Grossfürst von Moskau und ganz Russland, stiess aber inseinem Onkel, dem Fürsten Jurji Dimitrjewitsch von Galitsch, derlaut Testament Dimitrji's Donskoi Ansprüche auf den Thron hatte,auf einen Nebenbuhler. Die Geschicklichkeit und die Geschenke dermoskauischen Bojaren hatten in der Orda zwar den Khan Ulu-Mach-met zu Wassilji's Gunsten gestimmt, dennoch aber wollte Jurji ihmnicht weichen, und die Folge davon war ein furchtbarer und mörderischerBürgerkrieg, der fast die ganze Regierungszeit Wassilji's währte.
Wegen Wassilji's! IL Minderjährigkeit hatte gleich nach seinesVatersTode derMetropolit Photji zu Jurji geschickt und ihn nach Mos-kau gerufen. Dieser aber, der hiervor sich fürchtete, begab sich nach Ga-litsch, bedrohte Wassilji und forderte einen 4monatlichen Waffenstill-stand und erhielt ihn. Von beiden Theilen wurde derselbe zur Werbungvon Truppen angewendet. Die moskauischen Bojaren wurden schnellerdamit fertig, brachten bedeutende Streitmacht zusammen und gingen aufKostroma. Jurji zog sich aus Galitsch nach Nishni-Nowgorod zurückund von da, als sein Bruder Konstantin gegen ihn geschickt wurde,bis hinter die Sura. Auf den beiden Ufern dieses Flusses standen sichdie Brüder einige Tage gegenüber, dann kehrte Konstantin nachMoskau zurück, theilweis wohl, weil er nicht über den Fluss gehenkonnte, mehr noch, weil er sich der Seite des Bruders mehr zuneigte als