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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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280 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum clreissigjährigen Kriege etc.

Nun begab sich Jurji nach Nowgorod, dessen Einwohner ihn auf-nahmen, ihm 13 Städte gaben und ein Bündniss mit ihm abschlössen,das wahrscheinlich gegen Witoft abzielte. Letzterer erklärte in derThat 1405 an Nowgorod den Krieg und fiel sogleich mit einem Heer-haufen in dessen Gebiet ein, nahm die Stadt Koloshe, lag 2 Tage voreiner anderen Stadt Woronatsch, und tödtete und plünderte in beidenOrten, viele Einwohner gefangen fortführend. Die unvermuthet ange-griffenen Pskowiter baten Nowgorod um Hülfe, welches auch 3 Woje-woden mit Truppen schickte, aber Witoft hatte das Pskowsche Gebietschon wieder verlassen. Die Pskowiten forderten nun die Nowgorodzenauf zur Rache nach Lithauen zu gehen, diese wollten nicht, und so zogendie Pskowiten allein dorthin, kämpften bei Rshew und Weliki-Luki undkehrten beutebeladen zurück, riefen 1406 sogar ihre ganze Provinz aufund zogen nach Polozk.

Aber weder sie noch die Nowgorodzer konnten hoffen, mit ihreralleinigen Kraft Witoft zu bezwingen, und baten Wassilji um Hülfe.Dieser, der bezüglich Smolensk's nicht entschieden gehandelt hatte,wollte nicht Pskow und Nowgorod an Witoft abtreten, brach also denFrieden mit ihm und schickte im Jahre 1406 Truppen in das lithauischeLand, welche aber erfolglos gegen Wjasma, Serpjäisk und Koselsk vor-gingen. Dafür Hess Witoft alle in seinem Reiche sich auf haltenden Mos-kowiter umbringen.] Aber eine Menge von mit Witoft unzufriedenenLithauern und Russen floh aus Lithauen nach Moskau in Wassilji'sDienste; auf beiden Seiten wurden grosse Ratj geworben, und im Herbst1406 zog Wassilji zu Felde. An der Plawa unweit Krapiwna stiessendie Twerschen Regimenter und die tatarischen Truppen des KhanSchadibek zu ihm. Auch Witoft rückte gegen Wassilji ins Feldmit shmudischen, polnischen und anderen Truppen, es kam aber zu kei-nem Kampfe, beide Fürsten traten in Unterhandlungen ein, schlösseneinen Waffenstillstand bis zum nächsten Jahre und trennten sich^dann.

Im Jahre 1407 eröffneten die Lithauer zuerst die Feindseligkeitenmit der Wegnahme von Odojew. Wassilji zog von Neuem mit einemgrossen Heere gegen Witoft, nahm und verbrannte die lithauische StadtDmitrowez (heute ein Dorf an der Protwa im Gouvernement Kaluga),dann schlössen beide Fürsten wieder einen Waffenstillstand ab und gin-gen auseinander.

Im Juli 1408 zog der leibliche Bruder Jagailo' s, der sjäverscheFürst Swidrigailo mit dem Bischof von Tschernigowsk, 6 FürstenSüd-Ost-Russlands, und einer Anzahl tschernigowscher und sjäverscherBojaren aus Lithauen nach Moskau. Wassilji nahm sie mit Freudenauf, und im September schon stand er mit russischen und tatarischenTruppen an der lithauischen Grenze am Ugra-Flusse. Auf dem andern