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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Kriege Ost-Busslands. 279

zu Unterhandlungen von beiden Seiten, Witoft forderte, dass Temir-Kutluk sich unterwerfen und ihm Tribut zahlen solle, sonst werde ermit Gewalt dazu gezwungen werden. Der Khan stand im Begriff einzu-willigen, als der bei ihm anwesende Edigei seinerseits das Gegentheilverlangte, dass uämlich Witoft sich unterwerfen und Tribut zahle.Hierdurch ergrimmt, griff Witoft Edigei's Truppen an, wobei vonBeiden Seiten Armbrüste und Pischtschalj (Geschütze) zur Anwendunggelangten, letztere aber im freien Felde nur schlecht wirkend. Trotzdemhatte Witoft's Heer bereits die Oberhand erlangt, aber Temir-Kut-1 u k' s Truppen umgingen dasselbe und griffen es in Flanke und Rücken an.Tochtamysch wandte sich zu allererst zur Flucht, wobei er viel Landverwüstete und viele lithauische Einwohner gefangen mitführte. Nachihm ergriffen auch Witoft's Schaaren die Flucht, dieser selbst entkamnur mit einer geringen Druschine. Edigei und Temir-Kutluknahmen seinen Fuhr-Tröss weg und jagten ihm bis Kiew nach, von woTemir-Kutluk seine Heerhaufen in die lithauischen Länder sendete,welche bis Luzk hin ausgeplündert und verheert wurden. Kiew kauftesich mit 3000 Rubel frei, und nun kehrte Temir-Kutluk mit reicherBeute in seine Steppe zurück.

Der Sieg an der Worskla hatte Witoft geschwächt und zur Ruhegezwungen und somit eine grosse Gefahr von Wassilji abgewendet.Bis jetzt hatte dieser sorgsam Streitigkeiten mit dem mächtigen Witoftvermieden, nun wagte er kühner und entschlossener aufzutreten, festgewillt, an Lithauen Nichts abzutreten, was diesem nicht schon frühergehört hatte.

Im Jahre 1401 unternahm Oleg von Rjäsan einen Zug nach Smo-lensk, das von Witoft weggenommen war, und im August führte erseinen Schwager, den gewesenen Smolensker Fürsten G e o r gj e i oderJurji Swj atoslawitsch daselbst ein, zugleich die nächsten lithau-ischen Landstriche verwüstend und ausraubend. Im Herbst zog Witoftvor Smolensk, lag 4 Wochen erfolglos davor, schloss dann einen Waffen-stillstand und kehrte zurück. Im Jahre 1402 ging Oleg' s Sohn Ro dos-law nach Brjansk-Litowski, wurde aber durch die 2 lithauischen FürstenSimeon und Alexander geschlagen und gefangen genommen. Si-meon nahm 1403 Wjasma ein, 1404 belagerte Witoft selbst Smolensk,konnte es aber trotz 3 monatlicher Belagerung nicht einnehmen und zogdie Umgegend verheerend ab. Da 1402 Oleg von Rjäsan gestorben warund Jurj i von Smolensk keine Hülfe mehr von Rjäsan erwarten konnte,wandte er sich zu diesem Zwecke an Wassilji. Dieser aber zögerte,und während dessen riefen Witoft's Anhänger in Smolensk Letzterendorthin und übergaben ihm die Stadt, in welche er nun von Neuem seineStatthalter einsetzte, den Einwohnern bedeutende Privilegien verleihend.