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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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278 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjäkrigen Kriege etc.

kehren, weil einer der tatarischen Zarewitscheden Khan angegriffen hatte.Nun liess Edigei den Belagerten.Friedens-Anträge machen, und alssie mit Freuden ihm 3000 Kübel zahlten, um nur ihn los zu werden,verliess er eilends die russischen Grenzen, nachdem er unterwegs nochKjäsan genommen und ausgeraubt hatte.

Aber auch hiernach und bis zum Jahre 1412 ging Was silj i wederselbst, noch schickte er Gesandte zur Orda, und erst im Jahre 1412begab er sich dahin, zum letzten Male, mit reichen Geschenken undbegleitet von allen seinen Bojaren. Fortan sind nur noch Nachrichtenvon vereinzelten Angriffen der Tataren auf die russischen Grenz-Gebietein den Jahren 1414, 1422 und 1424 vorhanden, wobei die Tataren jedes-mal abgewiesen, öfter aber gänzlich besiegt wurden.

Lithauen aber wurde gefährlicher als die Horde und der Kampf mitdemselben schwieriger. Nachdem er mit Jagailo Frieden geschlossenund Grossfürst von Lithauen und Kussland geworden, begann der ehr-geizige Witoft nach Befreiung Litkauens'und West-Russlands von demEinflüsse Polens, und Ost-Russlands von der Botmässigkeit der Tatarenzu streben, um aus Beiden, unter sein Scepter vereinigt, ein einziges,selbstständiges und für die Nachbarn furchtbares Reich zu bilden. ImBesitze des grössten Theils von Alt-Russland zu beiden Seiten der Dünaund des Dnjepr (mit Ausnahme von russisch Galizien, das Polen ge-hörte), wollte er sich auch die dem Was silj i gehörenden Provinzen an-eignen, trotzdem Letzterer mit seiner Tochter Sophia vermählt war.Um dies desto sicherer zu ermöglichen, beabsichtigte er zuerst die Gol-dene Horde zu zertrümmern und schlug Wladimir vor, dies mit ihmvereint zu unternehmen, doch der kluge und vorsichtige Wladimirreizte den Witoft noch mehr zu diesem Kriege mit den Tataren an, hieltsich selbst aber demselben fern, da er wohl wusste, dass Jener nach Vernich-tung der Horde auch Moskau nicht schonen werde. In Folge dessen ent-schloss Witoft sich, allein die sich darbietende Gelegenheit zu einerEinmischung in die inneren Angelegenheiten der Horde auszunutzen.Der durch Temir-Kutluk vertriebene Tochtamysch (s. oben) hattesich in Witoft's Schutz begeben, welcher versprach ihn nach Kiptschakzurück zu führen, damit Tochtamysch ihm zur Bewältigung vonMoskau behülflich sei. Im Jahre 1399 sammelte Witoft ein zahlreichesHeer, in welchem sich an 50 Fürsten, Tochtamysch, und nebenlithauischen, russischen und tatarischen Truppen auch polnische, wo-loschzer und sogar deutsche befanden, denn der Grossmeister derSchwertritter, Conrad von Jungingen hatte ihm eine Abtheilungvon Rittern zugesendet. Mit diesem Heere zog Witoft gegen Temir-Kutluk, welcher ihm entgegen rückte, an den Ufern der Worskla (imheutigen Gouvernement Poltawa) fand der Zusammenstoss statt. Es kam