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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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276 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

II. Kriege Wassilji's I. und Wassilji's II. (13891462).

§. 166.Kriege unter Wassilji I. (13891425).

Der Sohn und Nachfolger Donskoi's, Wassilji I., war. ohneJenes kriegerischen Math, Kühnheit und hohen Sinn zu haben, dochsehr verständig und vorsichtig und handelte so umsichtig und schlau,dass Ost-Russland im Innern noch mehr zusammenwuchs und erstarkte,nach Aussen aber bewahrte er es mit Geschick und Erfolg vor der Hab-sucht und Raubgier der Tartaren und vor der Herrschsucht seinesSchwiegervaters Wi t h o 1 d oder Wi t o f t, Grossfürsten von Lithauen undRussland (mit dessen Tochter Sophia er vermählt war).

Die Horde war schon in geringerem Grade als vordem für Ost-Russland gefährlich, in Folge der inneren Unruhen und Umwälzungenin derselben, deren bedeutendste die im Jahre 1391 von Timur-Bekoder Timurleng oder Tarnerlan herbeigeführte war. Nachdemdieser zuvor Mittel-Asien erobert und daselbst Dschingis-Khan'sReich wieder aufgerichtet hatte, setzte er, wie gesagt, seinen GefährtenTochtamysch in Sarai und Kiptschak als Regent ein. Dieser aber,anstatt sich dankbar zu erweisen, erhob sich wider ihn, um sich unab-hängig zu machen. Im Jahre 1391 wurde Tochtamysch von Tamer-lan an den Ufern der Kondurtscha (Zufluss des Sok, der von links ober-halb des heutigen Samara in die Wolga mündet) besiegt, brachte währendder 3 Jahre von 139294 ein neues zahlreiches Heer zusammen, wardaber 1395 zum 2. Mal entscheidend von Tarne rlan geschlagen (ver-muthlich bei dem heutigen Temir-Khan-Schura in Dagestan) und biszur Wolga verfolgt. Nach einigen Zügen auf dem rechten Wolga-Uferhinab (wahrscheinlich bis dahin, wo dieser Fluss sich dem Don ammeisten nähert, zwischen dem heutigen Zarizyn und Kalatsch) wandteTamerlan sich zum Don und gelangte bis Jelez, bemächtigte sich des-selben, nahm dem Fürsten gefangen, verheerte die Umgegend und bliebdort halten, um seinen Pferden Ruhe und Weidefutter zu geben (es warim Sommer).

Sein Vordringen versetzte die südlichen russischen Grenz-Provinzenin Schrecken, kam aber für Wassilji nicht unerwartet. Er vermochteein starkes Heer zusammen zu bringen und stellte sich mit diesem anden Ufern der Oka bei Kolomna auf, an der Grenze des FürstenthumsMoskau. Tamerlan aber verweilte 2 Wochen in der Provinz Rjäsan,verheerte beide Don-Ufer, und wendete sich dann plötzlich zurück, an