Kriege Ost-Kusslands. 275
Nachdem dieser Ausgleich stattgefunden, wendete Dimitrji sichgegen die Nowgorodzer, welche, nach vollkoinniner Unabhängigkeitstrebend, die nioskauischen Städte und Länder ausplünderten und ver-wüsteten, mit Lithauen eine enge Verbindung unterhielten, und eigen-mächtig ihre Bezirke an lithauische Theilfürsten abtraten. Bei Beginnvon Dimitrjis Regierung hatten sie diesen zu ihrem Fürsten erklärtund seine Statthalter aufgenommen, aber schon seit 1366 begannenStreitigkeiten mit ihnen wegen ihrer Räubereien an der Wolga. DieseStreitigkeiten endeten mit einem Friedenssckluss, bald erneuerten sie sichjedoch und wurden noch verwickelter dadurch, dass die Nowgorodzer sichbald auf die Seite D i m i t r j i 's, bald auf die M ic h a e l's von Twer stellten,als diese in Streit mit einander lagen. Endlich beschloss 1386 Dim itrj i.schon nach Seite der Horde und Rjäsan's ruhig, auch mit den Nowgo-rodzen zu Ende zu kommen. Nachdem er aus 29 Amtsbezirken, da-runter auch von Bjäshez und Nowgorod, Truppen zusammen gebracht,rückte er mit diesen auf Nowgorod. Die Nowgorodzer schickten ihmihren Erzbischof A1 e x j e i entgegen mit der Bitte um Frieden und demAnerbieten, 8000 Rubel für ihre ungerechten Räubereien zu zahlen.Dimitrji entliess ihn aber ohne Frieden, und nun rüsteten die Now-gorodzer sich zum Widerstände: in der Umgebung der Stadt wurden24 Klöster und alle jenseits des Stadtgrabens gelegenen Gebäude nieder-gebrannt, ein Pallissaden-Zaun errichtet, und so fügten theils sie sichselbst grossen Schaden zu, theils thaten dies Dimitrji's Truppen,welche die Umgegend aussogen und verwüsteten. Endlich schickten sieeine 3. Gesandschaft an Dimitrji, welcher es gelaug ihn zum Friedenzu bewegen, um den Preis von 3000 Rubeln für sie selbst, und 5000Rubeln, welche sie versprachen den Sawolodzkern abzunehmen, diegleichfalls an der Wolga geplündert hatten. Ausserdem erkannten sieDimitrji als ihren obersten Herrscher an und gelobten, ihm jährlichdie sogenannte schwarze Einnahme zu zahlen, eine Kopfsteuer vonder untersten Klasse des Volks.
Hiermit endeten die Kriegsthaten Dimitrji Donskoi"s, 3 Jahrespäter, 1389, starb er, nachdem er Ost-Russland den grossen Dienstgeleistet hatte, dass, der weisen Politik seines Grossvaters, Onkels undVaters unverrückt folgend, er zur rechten Zeit und geschickt die vonJenen vorbereiteten Mittel verwendete, und selbst Ost-Russland nochweit mehr zu fernerer staatlicher Entwicklung und Organisation durchseine Nachfolger vorbereitete. In kriegerischer Hinsicht hatte er durchden muthigen Entschluss zu offenem Kampfe mit der Horde und durchden grossen auf dem Felde von Kulikowo am Ufer des Don über dieseerrungenen Sieg, welcher ihm den Beinamen Donskoi verschaffte, sichselbst unvergänglichen Ruhm erworben.