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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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274 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjübrigen Kriege etc.

nachzusuchen. Auf die Kunde hiervon schickte Diniitrji seinerseitsseinen ältesten Sohn Wassilji mit reichen Geschenken zur Horde.Tochtamysch versöhnte sich mit Dimitrji und schickte im Sommerdesselben Jahres Gesandte an ihn mit »gnädigen Worten«, worauf es sichgeziemte mit grossen Geschenken, d. h. Geldtribut, zu antworten. Di-mitrji musste diese harte Notwendigkeit ertragen, da er zu schwachwar, um sich mit Jenem in offenen'Streit einzulassen. Aber die Habgierder Tataren begnügte sich nicht damit: Tochtamysch hielt den SohnDimitrji's, Wassilji bei sich fest und forderte 8000 Rubel Lösegeldfür ihn, für damalige Zeit eine ungeheure Summe. Wassilji gelanges jedoch sich Ende 1383 aus der Orda zu flüchten.

So hatte der Sieg von Kulikowo bei allen seinen wohlthätigen obenangegebenen Folgen deren auch sehr ungünstige und traurige. Er hatteOst-Russland, besonders Moskau, so geschwächt, dass Dimitrji, un-vermögend sich von der Abhängigkeit von der Orda zu befreien, ge-zwungen war sich von Neuem ihr tributär zu bekennen, um nur neuesElend und die gräulichste Verwüstung abzuwenden. Um so eifrigeraber war er bemüht, das durch die Barbarei und unersättliche Habgierder Tartaren über Ost-Russland gebrachte Elend zu beseitigen und dasvon Johann Kaiita gewiesene grosse Ziel zu erreichen die Ver-einigung des zersplitterten Ost-Russlands zu einem moskauischen Reiche.Zu diesem letzteren Zwecke richtete er vor Allem seine Aufmerksamkeitauf das Fürstenthum Rjäsan, dessen Fürst Oleg sich in der für das ge-meinsame Vaterland wichtigen und schweren Zeit so unwürdig be-nommen hatte, indem er auf die Seite seiner Feinde trat. Kaum hatteTochtamysch die Grenze von Ost-Russland verlassen, so rücktenschon die moskauischen Truppen in das Fürstenthum Rjäsan ein undvernichteten Alles, was nicht bereits von den Tartaren verwüstet war.Oleg rächte sich dafür, indem er 1385 plötzlich gegen Kolomna vor-drang, es wegnahm und plünderte. Dimitrji schickte den FürstenWladimir Andrejewitsch mit einem Heerhaufen gegen ihn,doch wurde dieser mit grossem Verluste, wobei viele Bojaren und Woje-woden, geschlagen. Ueber diese inneren Zerwürfnisse nach demschweren äusseren Kriege bekümmert, wollte Dimitrji grossmüthigmit Oleg Frieden machen. Dieser aber hatte sich so in seine Ver-stockung verrannt, dass Niemand und Nichts ihn zum Frieden bewegenkonnte. Nun schickte Dimitrji den Igumenen Sergjei zu ihm, unddiesem heiligen Mann gelang es Oleg zu beschwichtigen, sodasszwischen ihm und Dimitrji ein ewiger Friede geschlossen wurde aufGrundlage eines ähnlichen Vertrags wie früher der mit Michael vonTwer, und eine Familien-Verbindung befestigte denselben sogar noch,indem Oleg's Sohn sich mit Dimitrji's Tochter vermählte.