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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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272 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

griff aber ein solches Entsetzen über die Schlacht von Kulikowo, dasssie nicht weiter als nach Nishni-Nowgorod zu reiten wagten und von dazurückkehrten. Nun Hess Tochtamysch, um diese Furcht zu vertrei-ben und auch den Ungehorsam zu züchtigen, im Jahre 1382 die russi-schen Kaufleute in Bulgarien ausplündern und ihre Schiffe wegnehmen,und ging selbst mit einem grossen Heere auf das rechte Wolga-Uferüber, wo er nun sehr heimlich und schnell auf Moskau vorrückte, da-mit die Bussen Nichts erführen und nicht im offenen Felde ihm ent-gegenträten. Fürst Dimitrji von Nishegorod schickte, als er vonTochtamysch's Zuge erfuhr, ihm seine 2 Söhne mit Geschenken ent-gegen, um seine Provinz zu retten. Er aber marschirte so schnell, dassdiese Prinzen ihn erst an der Grenze der Provinz Bjäsan erreichten.Hier kam ihm Ol eg von Bjäsan entgegen, flehte ihn an nicht durch seineProvinz Bjäsan zu ziehen, und zeigte ihm, indem er ihn ausserhalb her-umführte , eine Fürth durch die Oka. Auf diese Weise retteten beideFürsten ihr Gebiet.

Dimitrji Donskoi wäre, als er Tochtamysch's Anmarsch er-fuhr, demselben gerne entgegen gerückt, konnte aber nicht die erforder-liche Truppenzahl zusammenbringen, da die Provinz Moskau durch dieSchlacht von Kulikowo sehr entvölkert war. Deshalb begab er sich zuerstnach Perejaslawl, dann nach Kostroma, um dort Truppen zu werben.Tochtamysch rückte nach Wegnahme von Serpuchow auf Moskau.Bei seiner Annäherung gerieth das Volk in grosse Aufregung: die Einenwollten fliehen, die Andern Hessen sie nicht fort, und es kam bis zuoffenem Aufruhr, zu Mord und Plünderung, wobei die Empörer schliess-lich nur zugaben, dass der Metropolitan Cyprian und die GrossfürstinEudoxia mit den Kindern die Stadt verliessen. Zum Glück erschienin Moskau der lithauische Fürst Ost ei, nach dem Chronisten einEnkel von Olgerd, wahrscheinlich von Dimitrji gesendet. Dieserstellte die Ordnung wieder her, beruhigte die Einwohner , befestigte denKreml, und schloss sich, nach Niederbrennung der Vorstädte in den-selben ein. Am 23. August erschienen Tochtamysch's Vortruppen,umritten den Kreml, besichtigten seine Festungswerke und fragten, obDimitrji darin sei. Man antwortete, dass er nicht da sei, und vonNeuem begannen Unordnungen im Kreml: die Einen beteten, die Andernberauschten sich und bedrohten von der Mauer aus die Tataren. Am 24.August erschien Tochtamysch selber mit der Hauptmacht und er-öffnete die Belagerung des Kreml durch einen Pfeilregen, und da erkeine Mauerbrech-Maschinen bei sich hatte, so wollte er den Kreml mitLeitern erstürmen. Von Ost ei angeführt vertheidigten sich die Belager-ten muthig und standhaft, gössen siedendes Wasser und warfen grosseSteine auf die Tataren, und schössen mit Armbrüsten und sogar aus