268 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
Wassilj ewitsch von' Jaroslaw, Feoclor Michailowitsch vonMolosha und der Bojar Leo Morosow; im Avant-Garden Regi-ment: der Bojar Michael Iwanowitsch, Enkel Akinthow's, FürstSimeon Konstantinowitsch von Obolensk, dessen Bruder Jo-hann von Taruss und der Wojewode Andrei Serkisow; — undendlich in dem Reserve-Regiment, im Hinterhalt im Walde hinterder rechten Flanke die Fürsten Wladimir Andrej ewitsch, VetterDimitrji's, Dimitrji Michailowitsch Bobrok Wolhynski, Ro-man Michailowitsch von Bransk, Wassilji Michailowitscbvon Kaschin, und der Sohn des Fürsten Roman von Nowossilsk(im Ganzen 23 Fürsten, Bojaren und Wojewoden).
Während das Heer seine Aufstellung nahm, hielt Dimitrji mitWladimir Andrej ewitsch und den lithauischen Fürsten auf einemhohen Hügel vorwärts, (vielleicht demselben, wo heute das Denkmalsteht) und schaute lange voll Rührung auf die zahlreichen russischenHeerhaufen, deren Rüstungen und Waffen in der Sonne blitzten (der Nebelwar schon gefallen), deren Fahnen im Winde flatterten, und unter denenbesonders das Grosse Banner mit dem Bilde des SchweisstuchesChristi auf schwarzem Atlasstoffe sich auszeichnete. Vom Pferde stei-gend kniete er vor diesem Bilde nieder und flehte inbrünstig um Ret-tung Russlands. Dann ritt er an alle Regimenter heran und entflammtedie Krieger, indem er daran erinnerte, dass die im Kampfe gegen dieFeinde Christi Gefallenen die Märtyrerkrone und ewigen Ruhm erwerbenwürden. Die Truppen antworteten, dass sie alle bereit seien ihr Lebenfür ihn und das Vaterland zu lassen, und nur bäten ihnen ein kirchlichesGedächtniss zu bereiten. Die Bojaren beschworen Dimitrji, seiuLeben nicht in Gefahr zu setzen und sich beim Grossen Regiment aufzu-halten; doch Dimitrji wollte davon Nichts wissen und erwiderte, dasssein Platz beim Avant-Garden-Regiment sei, um Allen zum Beispiel undzur Anfeuerung zu dienen. Um aber nicht von vorn herein die Aufmerk-samkeit und die Angriffe der Tataren auf sich zu lenken, Hess er seinenLiebling Michael Brenok seine eigene Rüstung anlegen, und stelltediesen unter das Grosse Banner, während er selbst den Panzer eines ein-fachen Ratnik's umschnallte und sich beim Avant-Garden-Regiment auf-stellte.
■ Sodann rückte um Mittag das ganze Heer vor und erblickte nun aufder weiten Fläche vor sich die unabsehbaren Schaaren Mamai's. Mitdem Rufe: »Gott ist unsre Zuversicht und Stärke!« warf sich Dimitrjizuerst mit der Avantgarde auf die Tataren, hinter ihm die ganze Liniedes russischen Heeres.
3 Stunden währte das furchtbare Blutbad auf dem ganzen Räumevon 10 Werst; schon war die 9. nach damaliger Rechnung, nach heutiger