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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Kriege Ost-Kusslands. 267

waldfrei, offen; nur im Norden und Westen der Smolka befinden sich nochGehölze , eins heisst Seienaja Dtibrowa"), das andere zwischen denbeiden zur unteren Neprjadwa führenden Schluchten gelegen. So stelltsich dieses Terrain heute dar; wie es zur Zeit jener Schlacht ausge-sehen, ist unbekannt, da die Chronisten es nicht beschreiben. Wahr-scheinlich aber war im Jahre 13 SO dieses Gelände in der Mitte offen (dassogenannte Kulikower Feld), längs des Don aber, der Neprjadwa,der 4 Flussläufe und 2 Schluchten, und besonders da, wo heute noch dieerwähnten Gehölze stehen, stark bewaldet.

Wo und wie nun im Besonderen auf dieser Oertlichkeit sich dasrussische Heer in Schlachtordnung stellte, ist gleichfalls unbekannt,denn auch hierüber schweigen die Chronisten. Wenn man aber erwägt,dass, wie die Chronisten sagen, die Schlacht auf dem Kulikowoer Feldesich ganze 10 Werst weit ausdehnte, und dass im Hinterhalte imWalde das Reserve-Regiment des Fürsten Wladimir Andrej e-witsch und Dimitrji Wolhynski stand, und zwar, wie feststeht,hinter dem rechten Flügel des Heeres, so kann man annehmen,dass die Linie der Schlachtordnung sich zunächst vorwärts des Don zwi-schen diesem Flusse und der Neprjawda, später (um Mittag) auf demweniger durchschnittenen Räume zwischen den heutigen Dörfern Krassnoe,Dobroe und Buizy an der Neprjawda gegenüber von Chworostjanka(Dubiki), Kulikowka und Chutora (Saburowa) bis Gross- und Klein-Kurzyam Don ausdehnte, das Centrum etwas nördlich der Schlachtordnung.Weiter südlich verengt sich das Terrain mehr durch die Einschnitte dersich einander nähernden Wasserläufe und Schluchten, darum erwies essich später auch als zu eng für das ungeheure Heer Mamai's. Nach derZusammensetzung des damaligen russischen Heeres vorzugsweise ausCavallerie war für die Thätigkeit desselben ein mehr offenes und ebenesTerrain durchaus erforderlich.

In diesem Terrain stand nun das Heer in folgender Schlachtordnung:Im Centrum, im Grossen Regiment: die Truppen der lithaui-schen Fürsten Andrei und Dimitrji Olgerdowitsch, des Für-sten Feodor Romanowitsch von Bjelosersk und des BojarenNicolaiWassiljewitsch, und in der Mitte des Grossen Regimentsdas Grossfürstliche Grosse Banner und der moskowitische Hof mit denBojaren Johann Rodionowitsch Kwaschnja, Michael Brenokund Fürst Johann Wassilj ewitsch von Smolensk; auf demrechten Flügel: die Fürsten Andrei Feodorowitsch von Ro-stowund Andrei Feodor o witsch vonStarodub nebst dem BojarenFeodor Grunka; auf dem linken Flügel: die Fürsten Wassilji

Wörtlich: der grüne Wald. Anm. d. Uebers.