266 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
die Vereinigung von Jagailo und Mamai zu verhindern, — ein weitgewichtigerer Grund. Dimitrji trat dieser Ansicht bei, Hess Brückenüber den Don schlagen und Furthen ermitteln. Das nahm 24 Stundenund mehr in Anspruch, das Heer ging erst in der Nacht vom Sonnabendden 7. auf Sonntag den 8. September über den Don. Inzwischen liefenvon den Vortruppen fortwährend Meldungen ein, dass Mamai sich mehrund mehr nähere, und schliesslich zeigte sich sogar die jenen nach-rückende tatarische Vorhut.
Die Schlacht von Kulikowo. (8. September 1380.)Der Morgen dieses denkwürdigen Tages begann mit einem dichtenNebel, der erst gegen Mittag sich hob. Trotzdem stellte beim frühenMorgen schon das russische Heer sich auf dem rechten Don-Ufer in demweiten Felde von Kulikowo zur Schlacht auf. Diese Aufstellung über-trug Dimitrji dem berühmten Wojewoden Dimitrji Michailo-witschBobrok oderBobrow, aus Wolhynien gebürtig und deshalbunter dem Namen Wolhynski bekannt (vermuthlich, weil dieser dazubesonders geschickt und erfahren war).
Das Terrain und die Schlachtordnung waren folgende:Der Don fliesst von seinem Austritt aus dem Isan-See bis zur Auf-nahme der Neprjadwa von rechts in südöstlicher Richtung. Nach Ein-fluss der Neprjadwa (in dem Winkel liegt auf beider Flüsse rechtemUfer das Dorf Roshdestwenskoe oder Monastyrscktschina) wendet sichder Don scharf nach Osten auf 5 Werst, dann von Neuem nach Südosten(gegenüber dem heutigen Dorfe Kulikowo). Die Neprjadwa fliesst an-fänglich nach Osten, dann nach Norden, endlich nordöstlich bis zurMündung in den Don. In Folge dessen erweitert sich das Geländezwischen beiden Flüssen allmählich von Nord nach Süd (von 7 Werstim Norden, zwischen Roshdestwenskoe und Kulikowo, bis zu 17 Werstim Süden, zwischen Kulikowka an der Neprjadwa, gegenüber dem heu-tigen Denkmal in der Mitte, und dem Dorfe Orlowka am rechten Don-Ufer) . Dieses Terrain ist von mehreren Flüsschen durchschnitten: derSmolka und Kurza, welche in Schluchten von West nach Südwest zumDon fliessen, dann 2 Bächen, die gleichfalls in Schluchten von Südostenher in die Neprjadwa treten, und endlich 2 Schluchten, welche von Süd-osten in das Thal der unteren Neprjadwa fallen. Das ganze von diesenWasserläufen durchschnittene Terrain besteht aus leicht welligem Hügel-lande, in dessen Centrum, nahe dem Dorfe Kulikowka (Teljatinka) sicheine grössere Kuppe oder Kegel erhebt, auf welchem das Denkmal fürden Sieg von Kulikowo errichtet ist; 5 Werst davon liegt in südwest-licher Richtung ein anderes Dorf Kulikowo (Schachoskaja), das 4. des-selben Namens auf diesem Räume. Dieses ganze Gelände ist heute fast