Kriege Ost-Busslands. 265
in südwestlicher Richtung hatte ohne Zweifel zum Zweck, sich mit denDruschinen Wladimir And reje witsch zu vereinigen, welche sichbei Serpuchow sammelten. Nach der Ueberschreitung der moskau-rjä-sanschen Grenze machte Dimitrji am 28. August an der Mündung derLopasna in die Oka zwischen Kaschin und Serpuchow Halt. Hier ver-einigte sich der Fürst Wladimir And rejewit seh mit seinen Truppen,und der moskauische Grosswojewode Weljaminow mit den übrigenmoskauischen Regimentern mit ihm. Nach ihrem Eintreffen überschrittDimitrji mit dem ganzen Heere die Oka und rückte zum Don (wahr-scheinlich zuerst zu dessen Ausfluss aus dem Isan-See, und dann amlinken Ufer hinab). In 7 oder 8 Marschtagen wurde die Einmündung derNeprjadwa in den Don erreicht"). Hier empfing er ein Schreiben vomIgumenen S e r gj e i, welche ihn erneut zu kühnem Kampfe gegen dieTataren segnete und ihm den Beistand Gottes und der AllerheiligstenMutter Gottes zusicherte. Hierdurch ermuthigt berieth Dimitrji sichmit den Fürsten, ob man auf dem linken Ufer des Don bleiben oder aufdas rechte übergehen solle. Nach einigen Nachrichten (unwahrscheinlich,bei der damaligen allgemeinen Begeisterung) riethen die zu Vorsichtigen,nicht den Don zu überschreiten, weil da nicht Mamai allein, sondernauch Oleg und Jagailo (was nicht zutraf, siehe unten) sei. Dielithauischen Fürsten Andrei und Dimitrji äusserten zuerst die An-sicht, dass man über den Don gehen solle, damit Niemand mehr an Rück-zug denken könne, und unterstützten diese Ansicht damit, dass, wenndie Russen siegten, sie am Leben blieben, wenn aber die Tataren siegten,die Russen auf alle Fälle alle den Tod finden würden, und dass Jaro-slaw und Alexander Newski den Sieg errungen hätten, indem sieden Fluss überschritten. So berichten die Chronisten; es ist aber anzu-nehmen , dass ausserdem das Ueberschreiten des Don den Zweck hatte,
*) Die Angaben über Dimitrj i's Besuch im Troizki-Kloster und beim Igu-menen Sergje'i, seine Bückkehr nach Moskau, den Ausmarsch, Eintreffen in Ko-lomna, Abmarsch von dort und Ankunft am Don sind verschieden bei unsern altenSchriftstellern in der »Alten Erzählung von dem Siege Dimitrji's überMamai« (herausgegeben von Snegirew, 1829), und in Betracht der Zeiten undEntfernungen unwahrscheinlich. Erwägt man, dass nach der »Alten Erzählung«Dimitrji am Sonntag den 18. August in Troizki-Kloster war, am Donnerstag den22. August Moskau verliess, so konnte er Montag den 26. Abends schon in Kolomnasein, am 27. die Bevue abhalten, aufbrechen und die Lopasna erreichen (zur selbenZeit traf Jagailo in Odojew ein und machte daselbst Halt, und Oleg war noch inseiner Provinz), am 28. Abends die Lopasna-Mündung erreichen, Donnerstag den29. die Oka überschreiten und zum Don aufbrechen, und Donnerstag den 5. Sep-tember am Abend bei dem Einfluss der Neprjadwa in den Don anlangen, Freitagden 6. September die Brücken schlagen undFurthen suchen, und endlich am Abendund in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag (T.—8. September) den Don über-schreiten.