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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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264 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

Kusslands entgegen zu treten; und die Fürsten ihrerseits versichertenihre Bereitwilligkeit dazu. Diese Einmüthigkeit und feste Entschlossen-heit der russischen Fürsten in der für Russland schweren Zeit war einewohlthuende Erscheinung , ganz im Gegensatze zu ihrer Uneinigkeit vor132 Jahren bei B aty' s Einfall; sie erweckte grosse Hoffnung auf einengünstigen Erfolg.

Dimitrji bestimmte für alle Heerhaufen den Tag Maria Himmel-fahrt, 15. August, sich bei Kolomna einzufinden, um dort das Heer zuformiren und die Wojewoden zu ernennen. Er selbst begab sich mitWladimir Andrejewitsch und vielen andern Fürsten in das heiligeTroizki- (oder Troizko-) Kloster, welches vor Kurzem nahe bei Moskau indem Radonesk-Walde durch den in hoher Frömmigkeit lebenden Ein-siedler Igumen Sergjei gegründet war. Letzterer segnete (18. August)den D i m i tr j i zum Streite mit den Ungläubigen, versprach ihm den Sieg,trotz und nach grossem Blutvergiessen, und gab ihm 2 Mönche mit,Pereswjät und Osljab, die beide vordem Krieger gewesen waren,der Erstere sogar Bojar in Bransk.

Dann brach D im i t rj i, bei seiner Gemahlin und Kindern in Moskauden Wojewoden Feodor Andrej ewitsch mit einem Theil der Truppenzurücklassend, mit seinem ganzen Hofe und den moskauischen Regimen-tern, grösserer Bequemlichkeit halber auf mehreren Strassen, nach Ko-lomna auf. Als er am 26. August (nach 4 Tagemärschen) hier eintraf,fand er schon die Truppen fast aller Provinzen und Städte Ost-Russlandsvor, mit ihren Fürsten, Bojaren und Wojewoden, ausgenommen die vonNowgorod, Rjäsan und Smolensk. Darunter waren sogar die Tweritenmit dem Neffen Michael's, dem Fürsten von Cholm, und die Druschinenzweier lithauischer Fürsten Andrei und Dimitrji, Brüder Jagailo's.Am 27. August hielt der Grossfürst früh Morgens auf dem DjäwitschenFelde vor Kolomna eine Heerschau über die gesammte Streitmacht, theilteund formirte sie wie es sich gehörte , ernannte die Ober- und Unter-Be-fehlshaber (s. unten) und rückte noch am selben Tage auf der linkenSeite der Oka stromauf vor. Während dessen erfuhr er in Kolomna selbst,dass Mamai schon 3 Wochen am Don stand, das Eintreffen Jagailo'serwartend (wie gesagt zum 1. September). Die Kunde von der StärkeDimitrji's wahrscheinlich veranlasste Mamai, zuerst eine friedlicheBeilegung zu versuchen: er schickte Gesandten an Dimitrji nach Ko-lomna, welche Zahlung desselben Tributs forderten, wie die GrossfürstenanUsbek und Dshanibek gezahlt hätten. Dimitrji aber verwarfdiese Forderung, indem er sich bereit erklärte nur den Tribut zu geben,welcher zwischen ihm und Mamai bei ihrem letzten Beisammensein inder Horde vereinbart worden war.

Dimitrji's Marsch von Kolomna nicht direkt nach Süden, sondern