Kriege Ost-Russlands. 263
Wolga-Ufer über und machte an der Mündung des Woronesh-Flusses no-madisirend Halt (ebenda hatte Baty 1237 nomadisirt). Jagaillo (oderJagailo) von Lithauen, aus mehrfacher Ursache mit Dimitrji ver-feindet, schloss mit Mamai ein Bündniss und versprach am 1. Sep-tember zu ihm zu stossen.
Dimitrji, von dem Allen in Kenntniss gesetzt, begann sogleichmit Eifer aus ganz Ost-Russland möglichst viele Truppen zu sammeln, —hatte er doch schon lange sich hierauf vorbereitet. Er schickte Courire inalle Provinzen, Städte, zu allen Theil- und andern Fürsten und Vasallen,vor Allen zuerst zu seinem Vetter Fürst Wladimir Andrejewitsch,der sich in Borowsk befand. Dieser erschien sogleich persönlich in Mos-kau, und beide Fürsten beriethen sich nun mit dem moskauischen Me-tropoliten Cyprian. Letzterer rieth, den Zorn Mamai' s durch Geld-zahlung zu beschwichtigen, und schon waren die Fürsten geneigt, dieszu versuchen, als sie erfuhren, dass nicht nur Jagaillo mit Mamai ver-bündet sei, sondern auch Oleg von Rjäsan, welcher schändlich dasgemeinsame Vaterland verrathen hatte, um sich an Dimitrj i zu rächen,und ausserdem von der ehrsüchtigen Hoffnung geleitet an dessen Stelle zutreten. Mehr als die andern russischen Fürsten von den Tataren leidend,welche noch unlängst sein Grenzgebiet verheert hatten, und jetzt wissend,dass Mamai mit einem ungeheuernHeere an seinen Grenzen stehe, welcheer zuerst überschwemmen werde, ausserdem nicht erwartend, dass Di-mitrji den Kampf mit diesem aufzunehmen wagen werde, hatte Olegzwar Dimitrji den Einfall Mamai's anzeigen lassen, war selbst aberein Bündniss mit Jagaillo und Mamai eingegangen. Mit Ersteremhatte er verabredet, dass wenn Dimitrji nach Nowgorod oder über dieDüna weichen sollte, sie Beide (Oleg und Jagaillo) sich Moskau's undWladimir's bemächtigen und. Mamai entschädigend , das FürstenthumMoskau unter sich theilen wollten.
Dimitrji aber dachte gar nicht daran Moskau zu verlassen: nach-dem er vom Metropoliten Cyprian den Segen zum Kampfe mit denFeinden Russlands empfangen, befahl er allen Fürsten. Bojaren, Woje-woden und Kriegern, sich bei Kolomna zu versammeln. Inzwischen hatteer Rodion Rshewski, Jakob Ussaty undWassilji Tupikmitdem Wachtregiment (Avantgarde) nach der Seite entsendet, wo die Ta-taren sich befanden, bis zum Flusse Bystra Sossna, um Gefangene undNachrichten von den Tataren einzuziehen. Von einem Gefangenen er-fuhren sie, dass Mamai wirklich mit grosser Macht und mit den Für-sten Oleg von Rjäsan und Jagailo von Lithauen gegen Russlandanrücke, aber nicht sehr eile, da er den Herbst abwarten wolle. um dasrussische Getreide, die Saaten, zu benutzen. Als Dimitrj i dies hörte, be-schwor er alle versammelten Fürsten, einmüthig und fest den Feinden
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