262 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigj ährigen Kriege etc.
Truppen, welche ihnen tapfer entgegen gingen, Dirnitrj i in der Front,der Pronsker Fürst Daniel und der moskauische Okolnitsch Timotheivon beiden Flanken, und sie überwältigten. Die Tataren wurden aufsHaupt geschlagen und flohen über die Wosha, wobei viele ertranken odererschlagen wurden. Die Nacht und ein dichter Nebel am andern Morgenverhinderten eine Verfolgung, erst am Nachmittage brachen die Russenzur Verfolgung auf und bemächtigten sich in der Steppe des ganzenTrosses der Tataren. Dies war der erste bedeutende Sieg der Russenüber die Tataren, seit dem Jahre 1243. Um sich dafür zu rächen, sam-melte Mamai die Trümmer der geschlagenen Truppen und fiel mit ihnenin die Provinz Rjäsan ein. 01 e g floh auf das linke Oka-Ufer, die Tatarennahmen die Städte Dubosk und Perejaslawl, verheerten das Land, über-schritten aber die Oka nicht.
So war also der Krieg zwischen Russen und Tataren bereits imGange, und die unaufhörlichen Einfälle der Letzteren in die Grenzen vonNishegorod und Rjäsan , verbunden mit deren barbarischer Verwüstung,wurden für die Grenzfürsten und besonders für den moskauischen Gross-fürsten D i m i t rj i unerträglich. Dieser durfte nicht annehmen, dassMam ai' s Rache für die Wosha-Niederlage sich auf die Verheerung vonRjäsan beschränken würde. Die Unruhen und Streitigkeiten in der Horde,welche diese schwächten, waren ihm bekannt. Ein Beweis der Ohnmachtder Orda war unter Andern dies, dass Mamai sich einen weit geringereuTribut von den Russen, als zu Dschanibek's Zeit, gefallen lassenmusste. Das Selbstvertrauen der russischen Truppen war besonders seitdem Siege an der "Wosha sehr gewachsen, welcher gezeigt hatte, dassdie Russen die Tataren besiegen konnten. So lange Mamai die Hordenur im Namen des Khans Abdul und dann Mahomet regierte, hatteer gegen Ost-Russland nur vereinzelte Angriffe richten können, als ersich von Mahomet losgerissen und sich selbst zum Khan proclamirthatte, konnte er die ganze Horde-und seine ganze Macht gegen Ost-Russ-land wenden. Die Niederlage an der Wosha besonders hatte seinen Zornaufs Aeusserste entflammt und er hatte dem Grossfürsten DimitrjiRache geschworen. Es ist bekannt, dass seine Rathgeber ihm dieSchwäche der Orda vorstellten und ihm riethen., die Genuesen, Jassen,Kassogen und andere Völker zu miethen, und dass Mamai ihnen folgendwirklich sein tatarisches Heer durch die Truppen-Schaaren vieler Völker:Polowzer, Chorasmische Türken, Jassen, Kassogen und andere kau-kasische Tscherkessen, Burtassen, sogar Armenier und Genuesen —verstärkte. Mit dem solchergestalt aufgebrachten Ungeheuern Heere (dieStärke ist nicht genau festzustellen, jedenfalls übertraf sie bei weitemdie von Dimitrji zusammengebrachte Heeresmacht, wie später gezeigtAverden soll) ging im Sommer 1380 Mamai vom linken auf das rechte