Kriege Ost-Russlands. 261
wüthenden Pest ein Volksaufgebot aller seiner Kräfte auf Zeit gegenDimitrji berufen, noch aber keine Gelegenheit gefunden ihm zu scha-den. Um dies zu erreichen , schickte er Ar ap scha mit einem starkenHeere an die nishegorodzer Grenzen. Die Mordwer Fürsten versorgtenArapscha mit allen Nachrichten über Dimitrji's Ratj und zeigtenihm heimliche Wege zu demselben. So gross war die Heimlichkeit vonArapscha's Bewegungen und die Nachlässigkeit des russischen Heeres,dass Ersterer, sein Heer in 5 Colonnen theilend, am 2. August die Russenvon allen Seiten plötzlich überfallen konnte. Ganz unvorbereitet über-rascht floh das russische Heer ohne Widerstand auseinander und demPjana-Fluss zu. Fürst Johann und eine Menge Bojaren und Kriegerkamen in diesem um, die andern wurden erschlagen oder gefangen ge-nommen. 3 Tage danach, am -1. August, rückte Arapscha auf Nishni-Nowgorod, von wo der nishegoroder Fürst Dimitrji nach Susdal ge-flohen war, die Einwohner retteten sich auf Schiffen auf der Wolga nachGorodez. Die Tataren ergriffen Alle, die nicht hatten entkommen können,brannten die Stadt ab, verheerten die Umgegend und zogen dahinab,von wo sie hergekommen waren. In demselben Jahre verheerte und plün-derte Arapscha die Sassurje (Land jenseits der Sura), überfiel Rjäsanunvermuthet und nahm es, —wobei der Fürst Oleg selber, mit Wundenbedeckt, sich kaum zu retten vermochte. Nach dieser Verwüstung woll-ten auch die Mordwer aus der Provinz Nishegorod Beute holen, schifftenauf der Wolga bis in die Gegend von Nishni-Nowgorod und raubtenAlles, was Arapscha's Tataren noch übrig gelassen hatten. AberFürst Boris Konstantinowitsch von Gorodez holte sie an der Pjanaein, schlug sie und jagte viele in den Fluss, wo sie umkamen. Beide Di-mitrji, der von Moskau und der von Nishegorod, begnügten sich hier-mit nicht, sondern schickten im Winter bei starker Kälte ihre beider-seitigen Truppen in die Mordwa, welche das Land von Grund aus ver-wüsteten ; die von ihnen mitgeführten Gefangenen wurden mit dem Todebestraft.
Im Jahre 1378 schickte Mamai, erbosst über die Verwüstung derihm angehörigen Mordwa, zuerst ein Heer gegen D i mitrj i von Nishe-gorod, dann ein anderes unter dem Mursen Begitsch gegen Dimitrjivon Moskau. Das Erstere griff Nishni-Nowgorod unvermuthet an, zün-dete, trotzdem Dimitrji von Nishegorod ein Lösegeld schickte, dieStadt an, und verwüstete ihren Bezirk und das Beresower Feld. Dermoskauische Dimitrji, von Begitsch's Anmarsch in Kenntniss ge-setzt , sammelte schleunigst Truppen, ging über die Oka in die ProvinzRjäsan, und stiess am Ufer der Wosha (rechter Zufluss der Oka) auf Be-gitsch. Am 11. August Abends durchschwammen die Tataren dieWosha und warfen sich mit furchtbarem Geschrei auf die russischen
Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte II. 2. 18