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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Kriege Ost-Russlands. 259

Tribut oder keinen zu zahlen, das sollte von Dimitrji abhängen;wenn die Tataren sich gegen ihn oder Michael wenden, so sollen Beidesie bekriegen, wenn Dimitrji ihnen Krieg erkläre, so solle Michaelmit ihm gehen; 3) Michael entsagte dem Bunde mit Olgerdunddessen ganzem Geschlechte, und war sogar gehalten, ihn mit Krieg zuüberziehen, wenn er die Fürsten von Moskau oder Smolensk angriffe;4) mit Nowgorod und Torshok verpflichtete sich Michael in Friedenzu leben und an Letzteres das ihm Entrissene zurückzugeben; 5) denBojaren und freiwilligen Dienern beider Fürsten sollte es frei stehen,vom Einen zum Andern überzutreten: und endlich 6) was sehrbemerkenswerth die Angelegenheiten zwischen Moskowitern undTweriten, sollten wegen der Schwierigkeiten im gemischten Gerichte, denSchiedsspruch des (gleichfalls vom Khan in dieser Würde bestallten)Grossfürsten Oleg von Bjäsan vorgelegt werden. Das war dieser Frie-densvertrag zwischen Dimitrji und Michael, ein merkwürdigesDenkmal jener Zeit, der dem Streite zwischen Moskau und Twer unddadurch auch Lithauen ein für Ersteres glückliches Ende machte. Es istunter Anderen daraus ersichtlich, dass Dimitrji sich schon offen fürunabhängig von den Tataren erklärte und von seinem Belieben die Zah-lung oder Nichtzahlung von Tribut an sie. sowie Krieg oder Frieden mitihnen abhängig machte.

Michael löste jedoch das Bündniss mit Lithauen nicht und ver-mählte sogar im Jahre 1375 seinen Sohn Johann mit Keistut's Toch-ter Maria. Aber dieses Bündniss war für Michael nutzlos: 1377 starbOlgerd, und Grossfürst wurde sein Sohn Jagailo, oder (rechtgläubig)Jakob, aber nicht nach dem Rechte des Alters, sondern gegen seinenälteren Bruder Wingold Andreas, der in Polozk herrschte. Der Letz-tere widersetzte sich; seiner Provinz beraubt, entfernte er sich aber nachPskow, dessen Einwohner ihn zum Fürsten annahmen, mit Dimitrji'sZustimmung. Im Jahre 1379 schickte Dimitrji, der diese Zwistig-keiten ausnutzen wollte, die Fürsten Wladimir Andrejewitsch undDimitrji Michailowitsch Wolhynski nebst Andreas Olgerdo-witsch und eine Heeresmacht in das lithauische Gebiet, wo sie Trübt-schewsk und Starodub wegnahmen und dann mit reicher Beute zurück-kehrten. Der Fürst von Trubtschewsk, Dimitrji Olgerdowitsch,Bruder Andreas', leistete hierbei keinen Widerstand, sondern begabsich mit seinen Bojaren und seiner Familie nach Moskau, wo er in Di-mitrji's Dienste trat, welcher ihm Perejaslawl verlieh. So wurden 2Söhne von Olgerd Unterthanen Dimitrji's, was zu jener Zeit sehrwichtig war. Noch wichtiger aber war es, dass die in Lithauen zwischenJagailo und Keistut ausgebrochenen Unruhen, welche zu des Letz-teren Tode führten, den lithauischen Fürsten die Mittel benahmen, um