Kriege Ost-Eusslancls. 255
die 2 ihm entgegentretenden russischen Fürsten von Starodub und Obo-lensk und schlug am 21. November das moskauer Wachregiment bei demFlusse Trosna dermassen, dass Fürsten, Wojewoden und Bojaren alleumkamen. Hierbei hatte er erfahren, dass Dimitrji noch kein Heer bei-sammen und sich in Moskau* eingeschlossen habe, und rückte schnelldahin vor. Dim i trj i warf sich nach Niederbrennung der Vorstädte mitWladimir Andrej ewitsck, den Bojaren und allen Einwohnern derStadt Moskau in den neuen steinernen Kreml. 3 Tage stand Olgerdvor demselben, ohne ihn einnehmen zu können, verheerte die Umgegendfurchtbar, und zog dann unter Wegführung vieler Gefangener und allesViehs ab. Zum ersten Male seit der Regierung Johann Kaiita's (1328)erfuhr das Fürstenthum Moskau einen so schrecklichen feindlichen Ein-fall, — und nur aus persönlicher Bache M i c h a e 1' s von Twer! Er hattesich gerächt, und Dimitrji war gezwungen ihm Gorodok zurückzu geben.
Olgerd konnte vor Moskau nicht länger als 3 Tage bleiben, weildie livonischen Ritter, welche im Jahre 1362 Kowno eingenommen hatten,die lithauischen Grenzen fortwährend beunruhigten. Während er mitihnen Krieg führte, kämpften Dimitrji's Truppen vereint mit den Wo-lozkern (der Stadt Wolok-Lamski) im Jahre 1370 in der Provinz Smo-lensk, wahrscheinlich um deren Fürsten für sein Bündniss mit Olgerdzu strafen. Dann schickte Dimitrji ein Heer nach Bransk-Litowskiund erklärte im August desselben Jahres 1370 den Krieg an Michaelvon Twer, — und wie gewöhnlich wandte dieser Letztere sich nach Li-thauen, während die moskauischen Truppen das twersche Gebiet ver-wüsteten. Bald danach rückte auch Dimitrji selbst mit einem grossenHeere daselbst ein, eroberte und verbrannte Subzow, Mikulin, alle Dörferund Weiler, und kehrte mit vielen Gefangenen, grosser Beute und Viehzurück.
Olgerd, Michael's Bitten Gehör schenkend, brach in der Ad-ventszeit 1370 von Neuem gegen Moskau los , mit Keistut, Michael,Swjatoslaw von Smolensk und einem starken Heere. Er zog ausLithauen zu Anfang des Winters zu Felde, als Flüsse, Seen und Sümpfesich mit dem ersten Eise bedeckt hatten, um deren Ueberschreiten zuerleichtern. Und um schneller vorwärts zu kommen , schickte er einigeTausend Landleute voraus, die Wege für das Heer auszubessern. Diegewöhnliche Heimlichkeit und Raschheit seiner Bewegungen sollte auchdiesmal Dimitrj i unvorbereitet überraschen. Ende November rückte erauf Wolok-Lamski, das von Holzmauern umschützt und von dem Fürstenvon Beresuisk tapfer vertheidigt wurde. Nachdem er 3 Tage vergeblichdavor gelegen und nur die Vorstadt eingeäschert und die Umgegend ver-heert hatte, zog er, um keine Zeit zu verlieren, gegen Moskau, wo er am