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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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254 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

Zweck über die Theilfürsten zu herrschen. Er mischte sich in ihre Strei-tigkeiten, bedrängte die Ungehorsamen und nahm ihnen ihre Antheile,die er an Andere vergab. Die Fürsten von Rostow, Starodub, Nishegorod,Galitsch (das nördliche) und viele Andere erkannten ihn nach einanderals ihr Oberhaupt an, die Einen ohne Widerspruch, Andere nach gerin-gem Widerstreben. Aber Twer, Kjäsan und Nowgorod wollten sich ihmnicht unterwerfen, sondern zogen es vor unabhängig zu bleiben. Derhartnäckigste und thätigste Widersacher Dimitrji's war Fürst Mi-ch aelAlexandrowitsch von Twer, dessen Vater in der Horde in Folgeder Nachstellungen von Johann Kaiita ermordet worden war. VonBlutrache getrieben und nach dem Rechte des Alters sich für den gesetz-mässigen Grossfürsten von Ost-Russland haltend, wollte Michael inseinem Fürstenthume nicht die Eigenmächtigkeiten Dimitrji's duldenund begab sich nach Lithauen, um von seinem Schwager Olgerd, demGrossfürsten von Lithauen und Russland, mit Fürstin Juliane Alexan-drowna von Twer (1367) vermählt, Hülfe zu erbitten. Mit lithauischenTruppen zurückkehrend, zog Michael nun mit diesen und seinen Twer-schen nach Kaschin, der Theilstadt seines Onkels Wassilji Michai-lowitsch. Unterwegs aber traf er die Gesandten Wassilji's undschloss mit diesem und Dimitrji von Moskau Frieden. Im Jahre 1368berief Letzterer den Michael nach Moskau zu einem Schiedsgericht,durch welches Michael zum Gefängniss verurtheilt wurde, bald aberHess man ihn frei und zwang ihn auf Gorodok zu verzichten. Michaelverliess Moskau als geschworener Feind Dimitrji's und wandte sichabermals nach Lithauen, um von Olgerd Hülfe zu erflehen. Dieser wargeneigt diese Bitte zu erfüllen, um so mehr, als schon seit 1363 feind-liche Beziehungen zwischen Lithauen und Moskau bestanden.

Der Chronist erzählt, dass Olgerd vor den Seinigen wie vor Andernsorgfältig zu verheimlichen pflegte, weswegen er ein Heer zusammenzogund wohin sein Zug gerichtet werden sollte, und durch diese Heimlich-keit hatte er viele Städte und Länder erobert. So erfuhr auch diesmalDimitrji erst dann etwas von Olgerd's Plänen, als dieser schon anMoskau's Grenzen stand, mit seinem Bruder Keistut, dem Sohne Wit-hold's oder Witoft's, seinen übrigen Söhnen und den Fürsten vonLithauen, Michael von Twer, Swjatoslaw von Smolensk, und denlithauischen und smolensker Truppen. Dimitrji schickte sofort an alleStädte den Befehl, Truppen zusammen zu ziehen, und bis sie versam-melt waren sandte er nur das Wachregiment aus moskauer, kolomnerund dmitrowschen Truppen bestehend, unter Führung seiner WojewodenDimitrji Minin und Hyacinth Schuba, des Wojewoden seinesVetters Wladimir An drej ewitsch , an die Grenze. Inzwischen ver-heerte Olgerd schon die Grenzgebiete mit Feuer und Schwert, tödtete