Gleichzeitige Nachbar-Eeiche und Völker. 249
Dschingiskhan's, unter welche das von diesem gegründete gewaltigeReich zertheilt war, und es gelang ihm zu Ende des 14. Jahrhunderts(1360—1390) ein neues ehenso colossales Reich zu gründen, welches sichvon der chinesischen Mauer bis zum Bosporus, von Sibirien und der Kamabis zum persischen Meerbusen und dem G-anges ausdehnte. Da zu dieserZeit die Mongolen grösstenteils die mohamedanische Religion angenom-men hatten und sich in Sekten zertheilten, so bildete der dem Islameigene religiöse Fanatismus neben der Beutegier und Herrschsucht einenHauptfaktor in dem Kriegssystem Tarnerlan's. Dieser verstand es,seinen mongolischen Kriegern diesen Fanatismus einzuflössen, Hass gegenAndersgläubige zu entflammen, und sie von einer Eroberung zur andern zufuhren, wobei, nach seinem Ausdruck »Alles dem Sturm der Vernichtungpreisgegeben« wurde. Aehnlich wie Dschingiskhan stellte auch erbestimmte Kriegsgesetze und Regeln auf, welche, wie anzunehmen, nurin einzelnen Punkten, der Zeit und den andern Verhältnissen und Be-ziehungen entsprechend, von denen Dschingiskhan's verschiedenwaren. Da sie aber Details über Formation, Organisation, Bewaffnung,Aufstellung und Kampfweise der mongolischen Heere zu Tamerlan'sZeit enthalten, so sollen die bemerkenswerthesten dieser Kriegsgesetzehier angeführt werden.
Die Hauptkraft des Mongolenheeres lag auch bei Tamerlan in derReiterei, doch gab es ausserdem auch Fussvolk. Die Eine wie das Andrebestand aus gemeinen und auserlesenen Kriegern, die Reitereitheilte sich ausserdem noch in schwere und leichte. Daneben gab es nochAbtheilungen von Pontoniren zum Brückenschlagen, solche, welche"Wurfgeschosse schleuderten und die Maschinen bedienten, andere, welcheKriegs- und Belagerungsmaschinen anfertigten u. s. w. Als Waffen, diejeder Krieger im Feldzuge bei sich führen musste, werden genannt: Axt,Beil, Streitkolben, — ferner Seile, Säcke u. s. w. Ausserdem musstenje 5 auserlesene oder 18 einfache Krieger eine Jurta oderKibitka, —die Dessjatniki 1 Kibitka (Zelt) und 5 Pferde, — die Ssotniki 1 Kibitkaund 10 Pferde haben u. s. w., — der Emir aber, welcher 12000 Reiterbefehligte, nicht weniger als 300 Pferde und eine grosse Anzahl von Re-servewaffen. Ein Theil der schweren Cavallerie hatte mit Tigerfellenbedeckte Pferde. Bei weiten Zügen wurde auch das Fussvolk mit Pfer-den versehen und wie leichte Cavallerie ausgerüstet.
Die Truppen Tamerlan's bekamen Sold, der sich nach dem Wertheder Pferde des Kriegers bestimmte und theils in Geld, theils in Naturalienausgezahlt wurde. Dieser Unterhalt wurde bestritten unter Betheiligungdes unterjochten Landes, welches man auf die Militairbezirke vertheilte,aus den Abgaben der Städte und Provinzen. Der auserlesene Kriegererhielt einen Sold im Betrage des 2 bis 4fachen Werthes seines Pferdes,