Gleichzeitige Nachbar-Beiche und Völker. 247
Dimitrji zum ersten Male einen mongolischen Heerhaufen, welchenMamai entsendet hatte, das Fürstenthum Moskau zu verheeren, an denUfern der Wosha in der Provinz Rjäsan. Hierüber ergrimmt, rief Mamaidie ganze Goldene Horde gegen Ost-ßussland auf, verbündet mit Ja-gello, dem Grossfürsten von Lithauen und Russland, welcher vonWesten her es angreifen sollte. Aber Mamai wurde in der berühmtenSchlacht von Kulikowo, 1380, aufs Haupt geschlagen, und floh mit denTrümmern seines Heeres in die Horde zurück, — und als sie durchTochtamysch bei dem heutigen Mariupol zerstreut wurden, weiter nachKaffa in Taurien, wo die Genuesen ihn erschlugen.
Tochtamysch, ein Gefährte des berühmten Tarnerlan und Ne-benbuhler Mamai's, residirte zu Sarai und wollte seine Herrschaftüber Ost-Russland geltend machen; er brach also 1382 in dessen Gren-zen ein, drang bis Moskau vor, zerstörte es und drohte ganz Russlandzu verheeren, wenn Dimitrji Donskoi sich ihm nicht unterwerfe.Durch die Macht der Verhältnisse wurde Dimitrji jetzt von Neuem derGoldenen Horde tributpflichtig.
Hiernach wollte Tochtamysch sich von Tamerlan selber unab-hängig machen, welcher China, Indien, Persien, Syrien und Klein-Asienerobert hatte, und fing Krieg mit ihm an. In den astrachanschen Steppenvon ihm geschlagen, raffte er alle seine Kräfte zusammen und griff ihnzwischen den Flüssen Terek und Kama an, wurde aber zum 2. Male vonTamerlan besiegt, der ihn bis zur Wolga verfolgte. Im Jahre 1395ging Tamerlan auf das rechte Wolga-Ufer und rückte an die Süd-Grenzen Russlands, nahm Jelez und war schon bis zum oberen Don vor-gedrungen, — dann aber wandte er, am 26. August, sich plötzlich zurGoldenen Horde zurück, zerstörte Sarai, verwüstete ganz Kiptschak undzog über den Ural wieder ab. Nachdem er abgezogen, suchte Toch-tamysch die Goldene Horde wieder herzustellen, wurde aber vonTimur-Kultuk, einem Nachkommen Baty's, vertrieben, welcherseinerseits von andern Herrschsüchtigen verjagt wurde, durch dereninnere Fehden die Goldene Orda noch mehr geschwächt wurde. Diesmachte sich Wassilji L, der Sohn Dimitrji's, zu Nutze, zahlte meh-rere Jahre hindurch keinen Tribut und begab sich weder in Person, nochsendete er seine Bojaren nach Sarai, hütete sich aber vor einem offenenBruche mit der Horde. Nun drang Edigei, der Feldherr der Horde, inOst-Russland ein und belagerte Moskau, kehrte aber, ohne sich desselbenbemächtigen zu können, das nur eine reiche Loskaufssumme an ihn ge-zahlt hatte, in die Horde zurück, einen neuen Einfall androhend, wennWassilji nicht Frieden halte. Dieser gab der Noth wendigkeit nach undreiste sogar nach Sarai. Aber bald danach brachen in der Horde neueweit furchtbarere Bürgerkriege aus. Gegen 1440 bemächtigte sich der
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