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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Gleichzeitige Nachbar-Keiche und Volker. . 245

nialaja-Gebirge, mit dem Thale, in welchem Kaschgar, Jarkend, Cho-tan u. s. w. liegen, ferner die Khanate von Chiwa und Buchara nebstder Provinz Fergan (Chokand) bis zum Hindukusch bildeten das Dsha-gataische Khanat. Das heutige Chorasan, Afghanistan und Persien,oder überhaupt alles Gebiet vom Indus und Hindukusch bis zum Kauka-sus-Gebirge und dem Euphrat machten das 3. Khanat aus, das der Nach-folger Gulagukhan's. Endlich bildete der Westtheil der Kirgisenordaneuerer Zeit bis zum Kaspischen- und Aral-See und dem Mündungslanddes Syr-Darja, und der grosse östliche Theil des heutigen europäischenKusslands bis zum Kaukasus, Asowschen und schwarzen Meere und derunteren Donau das 4. Khanat von Kiptschak oder die Grosse Gol-dene Horde (Orda). Diese Khanate wurden beherrscht von Khans,Nachkommen Dschingiskhan's , doch waren die Eechte der Nachfolgenicht fest bestimmt, die Wahl hing von der Kuriltai, Versammlung dervornehmsten Würdenträger und Grossen, ab, was zulntriguen, Bestechun-gen, Gewaltthätigkeiten Anlass gab, den Grossen erhebliche Macht ver-lieh, und die der Khans schwächte. Dazu kam, dass die Grenzen zwischenden einzelnen Khanaten nicht genau festgestellt waren, woraus Streitig-keiten um dieselben und innere Kriege entstanden, während welcherdann viele von Dschingiskhan's Nachkommen den Oberkhans denGehorsam verweigerten, sich unabhängig von ihnen machten und nunihrerseits untereinander Streit und Krieg führten. Kurz, das gewaltigeReich D s chin giskhan's zerfiel und zerbröckelte mehr und mehr, ver-lor an Macht und neigte sich dem Verfall zu in Folge der immer zu-nehmenden furchtbaren inneren Kriege.

China schüttelte das Joch der Mongolen zuerst ab, im Jahre 1367,indem es den letzten Abkömmling Dschingiskhan's, Togan-Timur,in die Mongolei trieb. An seine Stelle trat die Dynastie Min, welche inder Mongolei selbst glückliche Kriege gegen die Mongolen führte. Abervon diesem selben Jahre an bis 1408 brachen in China Bürgerkriege aus,von denen jedoch die Mongolen nichts profitiren konnten, da auch in derMongolei Kriege geführt und der Thron des Khans von zahlreichen Be-werbern umstritten wurde und bald auf Diesen bald auf Jenen überging.

In den Khanaten von Dshagatai und Gulagukhan's war es ebenso:Bürgerkriege zwischen den vielen unabhängigen Khanaten, in welchedie Hauptkhanate auseinandergefallen waren.

Kiptschak oder die Goldene Orda, von Baty gegründet,umschloss alle einstigen Polowzer Länder von der unteren Donau biszum Ural und von den Ufern des Aral-Sees, Kaspischen und schwarzenMeeres bis zur Worskla, den Quellen der Choper und der Mündung derKama in die Wolga. Hier, an den Ufern der Achtuba, 60 Werst (Kilo-meter) von der Wolga-Mündung, hatte Baty seine Residenz Sera'i oder

Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte II. 2. IT