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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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238 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreiesigjährigen Kriege etc.

die Aufmerksamkeit der deutschen Missionare anf diese wilden Stämmegerichtet, um sie zur römischen Kirche zu bekehren und dem Papste zuunterwerfen. Der erste von diesenMissionaren war der Augustiner-PriesterMeinhard, der i. J. 1186 mit Erlaubniss des polnischen Königs Wladi-mir bei Ikeskola (Üxküll) an der West-Düna nahe dem Meerbusen eineFestung erbaute. Nach Meinhard's Tode (der schon Bischof gewesenwar) i. J. 1196 trat an seine Stelle der Bischof Berthold, aber der vonden Eingeborenen geleistete Widerstand zwang ihn, sich an den PapstC ö 1 e s ti n II. um Hülfe zu wenden, welche denn auch im Düna-Busenbei einem Orte Righe eintraf. Sie bestand aus Schaaren deutscherKreuzfahrer, in deren Kämpfen mit Eingeborenen Berthold sein Lebeneinbtisste. An seine Stelle trat, 1199, Bischof Albert Buxheuden;dieser befestigte die [i. J. 1200 von ihm bei dem Punkte Righe erbauteStadt und nannte sie Righe (Riga). Als aber dessen ungeachtet die neueColonie der deutschen Kreuzritter immer noch nicht ungefährdet war, soentschloss sich auf Bitten Albert's v. Buxheuden i. J. 1201 der PapstInnocenz III., den neuen Orden der Brüder des Kreuzes Christi(Fratres militiae Christi crucigeri) oder der livländischen Schwert-b r ü d e r zu stiften, der das Ordens-Statut der Tempelritter erhielt. Nach40 jährigem hartnäckigem und mühseligem Kriege mit den Einwohnerngelang es den Schwertbrüdern, sie dem Papste zu unterwerfen, undgleichzeitig fingen sie an, die Grenzen des polozkischen Fürstenthumsanzugreifen. Aber im Gefühl ihrer Schwäche vereinigten sie sich unterZustimmung des Papstes Gregor IX. i. J. 1237 mit dem deutschenOrden (ordre Teutonique), welcher nach heftigstem Kampfe mit denPreussen (12291282) sich des Landes Preussen bemächtigt hatte. Dielivländischen Schwertbrüder bewahrten dabei indessen ihre alte Organi-sation, Rechte der Bischöfe, der Herrenmeister, die zu teutonischen Ma-gistern oder Grossmeistern ernannt wurden, u. s. w. Von nun an tratensie mit neuen Kräften in den ununterbrochenen und erbitterten Kampfgegen die Fürsten von Polozk, Pskow, Nowgorod, um dieselbe Zeit, daB aty Süd-Russland verheerte, und die Schweden sich Nowgorods zu be-mächtigen strebten (1240). Die livonischen Ritter wollten sich ihrerseitsungesäumt Pskow's bemächtigen, welches fortan das Hauptziel ihrer An-griffe auf die Grenzen Russlands wurde. Die zwischen ihnen und ihrenBischöfen zu Ende .des 13. Jahrhunderts ausbrechenden und zu Anfangdes 14. Jahrhunderts sich verschärfenden Streitigkeiten lenkten zeitweiligihre Augen von Russland ab. In diesen Zwisten waren die Hauptgegnerder Bischof von Riga, seit 1255 Erzbischof, und der Herrenmeister; denErsteren stutzten die Städte, besonders Riga, den Letzteren der Orden,welcher erheblich erstarkt war, seitdem der König von Dänemark anihn Esthland abgetreten hatte. Die Folge war, dass zu Ende des 15.