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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Gleichzeitige Nachbar-Eeiche und Völker. 237

Ross. mit eigener Ausrüstung und vollkommen bereit zum Kriegszugemit dem Könige, auf eigene Kosten bis zur Grenze und 14 Tage darüber-hinaus.

Das ganze Volk erhielt eine vollkommen kriegerische Ausbildungdurch von frühester Jugend an erfolgende Uebungen im Bogenschies-sen u. s. w. Jeder, der volljährig geworden und die erforderliche Ge-schicklichkeit in Handhabung der Waffen erlangt hatte, wurde für ge-eignet zum Kriegsdienste erklärt. Die Bewohner von Gothland undFinnland galten für die geschicktesten Bogenschützen; Streitaxt und Pikewaren die Hauptwaffen der eigentlichen Schweden. Der Bauer verliessselten unbewaffnet sein Haus. Zu den Sitten und Gebräuchen nicht alleindes Adels, sondern auch des Volks gehörte es, dem Könige jährlich zumFeldzug zu folgen (Ledung). Später, als die Zahl der königischen Dienst-mannen immer mehr zunahm, schränkte sich die Betheiligung des Volkesam Kriege ein, jedoch wurde es zu Zeiten noch immer ganz zu den Waffengerufen. So z. B. brachte im Jahre 1359 König Erich ein bedeutendesHeer zusammen, welches zum grössten Theil aus den Aufgeboten desgemeinen Volkes bestand und deshalb Knubbe-Her (Knüppelheer, Bauern-heer) genannt wurde, das aber rasch und kühn dem König folgte.

Dies waren im Allgemeinen die Haupt- und Grundzüge der Kriegs-verfassung Schwedens bis Mitte und Ende des 15. Jahrhunderts, dannaber gewannen die Volks- oder Bauernheere das entschiedene Ueber-gewicht über die adligen oder Bitterheere.

Was das Kriegswesen in Schweden anbelangt, so glich es mehr oderweniger dem westeuropäischen, wo das feudale Kitterthum noch bestand,aber immer mehr in Verfall gerieth.

§. 161.Der livländische Orden.

Das heute die 3 baltischen Gubernien Esthland, Livland, Kurlandumschliessende Land war in alter Zeit von einem Gemisch finnischer undlettischer Stämmebewohnt, imheutigenEsthlandvonEsthenundTschuden, in Livland von Liven und Letten, in Kurland von Korsen oder Kuro-nen, und nach den Livländern erhielt es in der Geschichte den allge-meinen Namen Livland (Livonia). Die Esthen, Tschuden und Livenwaren seit Jaroslaw's I. Zeiten, der in ihrem Lande die Stadt Jurjew(heute Dörpt, Dorpat) gegründet hatte, zum grössten Theile von denNow-gorodzen, zum Theil auch von den Pskowiten und den polnischen Fürstenin Abhängigkeit getreten. Rohe wilde Heiden, zahlten sie nur ungernAbgaben, und oft genug waren die moskauischen Fürsten gezwungen siemit Krieg zu überziehen. Seit dein Ende des 12. Jahrhunderts hatte sich