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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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218 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

Die Ordnung bei den Märschen war noch die frühere, nur insofernverschieden, als mit grosser Vorsicht, Ordnung, und in guter Formation,den mongolischen Gebräuchen ähnlich, marschirt wurde. Es traten zudieser Zeit bereits die ersten Spuren der Eintheiluug der Heere für denMarsch in Kegimenter (Polki) hervor: Storoshewoi Polk (Avant-Garde, Vorhut), BolschoiPolk (Gros,Haupt-Abtheilung), Prawoi undLjäwoi Ruk (rechte und linke Hand, Flügel, Flanke), und Sa-tylny oder Sadny oder Sapadny Polk (Arriere-Garde, Nachhut).Vorn und zu den Seiten marschirten die Storöshi, leichte Reiter- Ab-theilungen, welche Wege und Feind erforschen, Gefangene (Jasyki)machen sollten u. s. w. Hinter den Storöshi folgte das storoshewoiPolk, hinter diesem der Reihe nach: Die rechte Hand, das grosse Regi-ment mit dem Hofe, die linke Hand, und die Sadnji (Nachhut).

Wenn man auf den Feind stiess, so formirten sich die Heere inSchlacht-Ordnung, so dass in der Mitte sich der Fürst, sein Hof und seinBanner, und zu beiden Seiten das grosse Regiment, auf den Flügelndie Regimenter der rechten und linken Hand aufstellten, weiter vorwärtsdie Avant-Garden, und hinter der Front die Arriere-Garde als Reserve,oder auch im Hinterhalte. Diese normale Schlacht-Ordnung änderte sichübrigens je nach Umständen und Terrain. Nachdem das ganze Heeraufgestellt, hielt der Fürst eine ermuthigende Ansprache an dasselbe,gab durch Trompeten, Hörner, Trommeln u. s. w. das Zeichen zumKampfe, das von allen übrigen wiederholt wurde , und stürzte dann ge-wöhnlich zuerst mit seinem Banner und seinem Hofe in den Kampf, wo-rauf dann die ganze Linie der Schlacht-Ordnung seinem Beispiel folgte.Nun entstand ein allgemeines Handgemenge, in welchem persönlicheKörperkraft, Muth, Tapferkeit, Gewandtheit in Führung der Waffen, bis-weilen auch besondere Evolutionen oder Bewegungen, plötzliche Angriffeaus Verstecken u. s, w. den Sieg entschieden. Das beste Beispiel hier-für bildet die Schlacht von Kulikowo, welche seiner Zeit ausführlich be-schrieben werden soll.

Im Fall des Erfolges und Sieges verfolgte die Avant-Garde den ge-schlagenen Feind, die Hauptmacht blieb auf dem Kampfplatz stehen (naKostjach, bei den Gebeinen), beerdigte ihre Todten, suchte die Ver-wundeten, die Gefangenen zusammen, feierte den Sieg durch Dankgebetezu Gott, und dann durch ein Zechgelage, und dann folgte sie biswei-len der Vorhut, oder auch sie setzte die Kriegs-Operationen nach dereinen oder andern Seite fort.

Im Fall des Misslingens und der Niederlage gingen die zum grösstenTheile aus Reiterei bestehenden Heere so rasch und ungestüm wiemöglich zurück, ebenso wie sie vor dem Kampfe vorwärts gegangenwaren, ohne dem Feind irgend Widerstand zu leisten. Das Fussvolk