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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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212 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

Provinzen, oder in ihren Erbgütern befanden. Die Klasse der Dworja-nen vermehrte sich immer mehr gegen früher. Tiefer als die Dworjanestanden die Boj aren-Kinder (früher waren es Boj aren-Pagen oderDiener, Keisige, gewesen),zahlreicher als die Dworjanen, mit welchenzusammen sie die sehr zahlreiche, sesshafte, ackerbauende Krieger-Klasse bildeten, deren Hauptverpflichtung der Heeresdienst zur Zeit desKrieges, auf Verlangen und Aufruf des Fürsten war. In Friedenszeithatten sie verschiedene Obliegenheiten bürgerlicher und militärischerArt zu erfüllen und bekleideten verschiedene Aemter bei den Fürsten,oder in deren Städten und Provinzen. Die unterste Klasse der fürst-lichen Höfe (Druschinen) überhaupt bildeten die eigentlichen sogenanntenDiener. Kriegs-Diener, höfische Leute (Ljndi dwornye), denender Eintritt und Austritt frei stand und die sich von den Bojaren-Kindernnur durch die Herkunft unterschieden.

Ausser den fürstlichen Höfen (Druschinen) bestand das Heer wiefrüher aus städtischenBegimentern, moskauischen und theilfürst-lichen (udjälnye), und aus Städtern oder Shilzen. Zu Ende dieser Pe-riode finden sich unter den städtischen Aufgeboten bereits städtischeKosaken erwähnt (zuerst von allen in Bjäsan im J. 1444) , wahr-scheinlich nach dem Muster der Donschen formirt (s. u.).

Die ländliche Bevölkerung oder Ackerbauer wurden unter gewöhn-lichen Verhältnissen nicht zu den Waffen einberufen; bei Gelegenheitaber der Mongolen-Einfälle wurde häufig eine Bewaffnung des Volkespro Kopf ausgeführt.

Seit dem 14. Jahrhundert wird auch im Osten und Süden eines, jenachBedürfniss grösseren oder kleineren, besonderen Grenz-Landes-Aufgebots Erwähnung gethan, gewöhnlich 1 Kopf auf 20 Höfe, dasverpflichtet war die Grenz-Verhaue zu bewachen und zu vertheidigen,und welches davon auch den Namen Verhau-Wache (sassjätschnajastrasha) erhielt. Ausführlicheres darüber wird später an seiner Stellegebracht.

Endlich wurden in Fällen von besonderer Notwendigkeit, Wichtig-keit oder Gefahr die erwähnten Streitkräfte der Fürsten bisweilen aufZeit auch durch fremdländische Söldner-Sckaaren vermehrt;so z. B. lithauische, oder vom Dnjepr oder Don (Brodniki, Landstrei-cher) , ja sogar mongolische.

In dem Maasse aber wie sich Ansehen und Macht der Grossfürstenhoben und erweiterten, und dagegen die der Theilfürsten sich vermin-derten und zuletzt verschwanden, begannen auch der Hof und alleStreitkräfte der Ersteren überhaupt sich mehr und mehr über die übrigenzu erheben, sie an Zahl und Organisation zu übertreffen, und bildetenschliesslich die hauptsächlichste und ständige Kriegsmacht des ganzen