202 Einleitung.
schek an ihren Vater, der Zarewna Xenia aus dem belagerten Troizko-Ser-gjejews Kloster, — der Fürsten Andreas Wassiljewitsch Galitzin undTheodor Iwanowitsch Mstislavski, des Iwan Nikititsch Romanow,— besonders der Briefwechsel der moskauischen Bojaren und anderer Per-sonen, der Anhänger Sigismund's und des 2. Prätendenten mit polnischenund lithauischen Vornehmen, — endlich: »Schreiben des Fürsten DimitrjiMichailowitsch Posharski an den römischen Kaiser Matthias d. d. Ja-roslav den 20. Juni 1612«, — zum ersten Male aus der deutschen Uebersetzungbekannt gemacht durch Friedrich Adelung, St. Petersburg 1840.
Was die Staats-Akten verschiedener Art anbetrifft, so wurden sie inSammlungen herausgegeben von: Nowikow (»Altrussische Bibliothek« 1. Aus-gabe 1773—75, 10 Bände, — 2. Ausgabe 1788—91, 20 Bände., — und dieFortsetzung 1786—1801, 11 Bände), — Maximowitsch (1803—12, und1813—28), — Grigorowitsch 1 Band, 1824, —N. Polewoi, 1 Band,1833, — W. N. Berch, 1821, — besonders die von der Archäogra-phischen Commission herausgegebenen Akten, von 1836—70, 37 Bände,und seitdem bis heute noch einige Bände, — und besondere Aktensammlungen,welche im 1. und 2. Theil der Allgemeinen Kriegsgeschichte des Mittelaltersangeführt worden sind. Von allen diesen Akten, welche sich mehr oder we-niger auch auf die Kriegsorganisation des Reiches beziehen, sind besonders zuerwähnen die Gesetzbücher Johann's III. (1497) und Johann's IV.(1550), und ihre Ergänzung in den Prikaseu (Gerichtshöfen), aus welchendie Denkbücher der Prikase (im 16. und hauptsächlich 17. Jahrhundert)zusammengestellt wurden, — die Instructionen und Gedenkschriftenan die Wojewoden, — die Berichte der Letzteren, — die Correspon-denzen zwischen den Gerichtshöfen,—Rapporte an den Grossfürsten, späterZaren, — die Bittschriften (Tschelobitnyja, Suppliken) von Per-sonen, Anstalten, Ortschaften, über ihre Angelegenheiten, — Durchlass-Schreiben (Pässe) über die Grenze, — Rechnungen der russischen Ge-sandten, u. s. w.
. Von den Geschäftsbüchern, eingeführt für die Geschäftsführung, anStelle der früheren Rollen, sind die wichtigsten die Denkbücher derPrikase und anderer Behörden, Befehlsbücher, Erbregister (Kataster),besonders die S tr oi'lnyj a (in welchen die Befestigungen der Städte beschriebenwaren), Sassjätschnyja (mit der Beschreibung der Grenz-Verhack- oderGrenz-Befestigungs-Linien), Rasrjadnyja (in welchen alle Ernennungen undVersetzungen der im Dienst befindlichen, die Mj ästnitschestwo = (Vorrang)Angelegenheiten, Feldzüge, Berichte der Wojewoden u. s. w. enthalten waren),Bücher der Couriere mit den Meldungen der Wojewoden u. s. w.
Von den schriftlichen Litteratur-Denkmälern, welche sich aufKriegsorganisation undHeerwesen bei uns beziehen, sindnur die AufzeichnungenKurbski's zu erwähnen, welcher im Heere gedient, höhere Stellen bekleidet,Kriege, Feldzüge, Schlachten und Belagerungen, speziell die von Kasan, mit-gemacht hatte, — und dann die Tagebücher von Palizyn; in militärischerHinsicht sind beide besonders wichtig und bemerkenswerth. Was aber ma-terielle Denkmäler der alten Zeit anlangt, so sind in militärischer Hin-sicht unzweifelhaft die wichtigsten: 1) dieüeberbleibsel der altenStädte-Befestigungen: Stara Ladoga (Rurik's Festung, später durchdie Nowgoroder ausgebessert), Nowgorod, Pskow, Smolensk, Kiew, Wla-dimir an der Kljasma, Moskau, Nischni-Nowgorod, Kasan, u. a. grösserer