Quellen und historische Hülfsmittel. 203
Städte, — ebenso auch die Ueberreste von manchen alten Feldbefestigungen,Forts, Verhauen oder verschanzten Linien u. s.w.; 2) alte Waffen,Geschütze, Gewehre, Fahnen, Musikinstrumente u. s. w., wie siehauptsächlich gesammelt und aufbewahrt sind in dem Waffenpalaste in Moskau,den Zeughäusern von Zarskoe Selo, Petersburg, Moskau u. s. w., in demPetersburger Artillerie-Museum u. s. w. Alle diese materiellen Denkmälernnsres Alterthums geben einen Begriff von dem Kriegswesen im alten Russlandvor Peter dem Grossen, und namentlich in der vorliegenden Periode (1350bis 1613). Eine Beschreibung und graphische Darstellung derselben befindetsich in der Historischen Beschreibung der Bekleidung und Bewaff-nung der russischen Truppen, von Wiskowaty (1841) und speziellvon den Geschützen und Gewehren in dem Historischen Katalog desSt. Petersburgschen Artillerie-Museums, Theil I (Abschnitt XV —XVH), von Brandenburg (1877).
Von den historischen Hülfsmitteln zum Studium des Kriegswesens,der Heeresorganisation und der Kriegsgeschichte des alten Russland in dieserPeriode sind zu erwähnen die Erzählungen von Fremden, welche dasrussische Reich durchreist oder darin gelebt oder im Dienste gestanden, oderdarüber geschrieben haben. Hierher gehören die Aufzeichnungen und Erzählun-gen : des Venetianers Contarini, welcher 1473 in Moskau war, — besondersGerberstein's, welcher daselbst in den Jahren 1517—1525 lebte, — despolnischen Schriftstellers Matthias Mjächowski oder Mjächow, — desHolländers Kampensee, — des Historikers Paulus Jovius (16. Jahrhun-dert) , Bischof von Nocera in Italien, — des venetianischen Gesandten F o s - .carini, welcher im Jahre 1557 in Russland war, ■— des Venetianers Tie-polo im Jahre 1560, — und des Römers Barberini, im Jahre 1565; —der Engländer: Chancelor, Clemens Adam, Jenkinson und Horsey,
— alle in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts, — des kaiserlichen öster-reichischen Gesandten Cobenzl und seines Secretärs Prinz von Buch au imJahre 1576, — des Bischofs Justen von Abo, 1569, — des Dänen Ulfeid,1575—78, —der Deutschen Kruse und Taube, 1572, — des ItaliänersGuanini, — besonders des berühmten Jesuiten Antonio Possewin; —■polnische Historiker: Wapowski, Martin Kromer, Bischof von Warmjioder Ermeland, — Orshechowski, Bjelski, Strykowski, besondersHeidenstein, Secretär von Zamoiski und Bathory; — Lorenz Millerüber die Belagerung von Pskow durch Bathory, und über die livonischen An-gelegenheiten, — Michael Litwin und Martin Bronewski über Russenund Tartaren ; — livonische Schriftsteller: Balthasar Russow Chronik deslivländischen Ordens bis 1584, — Bredenbach und Olmen Beschreibungdes livländischen Krieges, — und Salomon Hennig, Freund und Beratherdes letzten livländischen Grossmeisters Gotthard Kettler, — besondersdes Engländers Fleteher, Gesandten der Königin Elisabeth bei FeodorJohannowitsch, — des kaiserlichen Gesandten von Warkatsch 1589, 93und 94 u. s. w. Besonders reich an Werken von Fremden über Russland istder Anfang (die ersten 12 Jahre) des 17. Jahrhunderts. Hierher gehören:Beschreibung der Gesandtschaft von Leo Sapieha, —Aufzeich-nungen des Franzosen Margeret, welcher von 1601—12 in Russland war,
— Bussow' s seit 1601, — des nürnbergischen Kaufmanns Georg Paerle,
— Tagebücher der polnischen Gesandten Olessnitzki und Gonssjäwski,
— Marina Mnischek, — Samuel Bjelski Belagerung von Smolensk, —