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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Quellen und historische Hülfsmittel. 201

Serapion's Beschreibung der Belagerung von Pskow durch Bathory;und die Zeit der inneren Unruhen zwei Erzählungen von den Ereignissenin Pskow (die eine gehört der Volkspartei, die andere der der Vornehmen), und Irodion Sergjejew's Erzählung von der Belagerung des Tich-winer Klosters.

Die Lebensgeschichten der Heiligen haben, wie schon früherbemerkt wurde , Interesse und Bedeutung nicht allein in religiöser Beziehung,sondern zum Theil auch in politischer und militärischer. Von den sich auf dievorstehende Periode beziehenden sind besonders zu erwähnen: das Leben desMetropoliten St. Peter, beschrieben durch den Metropoliten Cyprian,das des heiligen Alexji, Metropolit, durch den Bischof Pitirim von Perm(bis 1439), des Zarewitsch Peter von der Horde (bezieht sich auf die Mittedes 15. Jahrhunderts), u. s. w. Aus dem Lebeu der russischen Heiligendes 16. Jahrhunderts ist in politischer Beziehung namentlich wichtig: dasLeben des heiligen Philipp , Metropoliten von Moskau.

Vom 16, Jahrhundert an erscheinen auch bei uns, wie in West-Europa,sogenannte Aufzeichnungen von Privaten, Augenzeugen und Theilneh-mern der beschriebenen Ereignisse, oder solcher, die von Augenzeugen undTheilnehmern darüber gehört haben. Der Unterschied zwischen Aufzeich-nungen und Erzählungen wurde bereits bei den Quellen der 1. Abtheilung er-örtert. Die Reihe der Aufzeichnungen bei uns wird eröffnet durch das Werkdes Fürsten Andreas Michailowitsch Kurbski unter dem Titel: Ge-schichte des Grossfürstenthums Moskau, von den selbst ge-sehenen und gehörten Dingen (zwischen 1564 und 83, dem TodesjahreKurbski's aufgezeichnet; herausgegeben durch Professor Ustrjalow imJahre 1833 unter dem Titel: Erzählungen des Fürsten Kurbski, zu-gleich mit seinem Briefwechsel mit J ohann IV.) . Mit bemerkenswerthem litte-rarischen Talente geschrieben, ist die Geschichte Kurbski's doch mehrein leidenschaftliches Pamphlet, als eine wirkliche Geschichte. Der Zeit nach die2. der interessanten Aufzeichnungen (Tagebuch) Erzählungen von derBelagerung des Troizko-Sergjej ew-Klosters, sind von AbrahamPalizyn, dem Kellermeister dieses Klosters geschrieben (starb 1626). AuchPalizyn kann man in vielen Dingen nicht glauben, nichts desto weniger istaber seine Erzählung nach Inhalt und Darstellung sehr wichtig. PhilaretNikititsch Romanow schreibt eine Darstellung der Ereignisse in der Zeitder Unruhen, bekannt unter dem Namen: Handschriften Philaret's, dieEreignisse seit 1606 sind nicht vollkommen darin enthalten und dargestellt.Auf dieselbe Zeit bezieht sich auch das Tagebuch des Fürsten Semen (Simon)Schachofski, von 160149, dem eine gewisse Bedeutung nicht abzu-sprechen ist.

Briefe der Zaren, Staatsmänner, und von Privaten haben denselbenWerth wie die Tagebücher. Auf diese Periode bezieht sich eine grosse Mengederselben, dazu gehören: die Briefe der Grossfürstin von Lithauen und dannKönigin von Polen, Helena, an ihren Vater Johann III., ihre Mutter undVerwandte, das Schreiben Wassilji's III. an sie,der Briefwechsel Jo-hann's IV. mit dem Fürsten Kurbski (s. oben), die Briefwechsel der mos-kauischen Bojaren mit dem König von Polen, Sigismund August, und mitden polnischen Granden, und des ersten Prätendenten mit Jurji Mnischekund dessen Familie; die Briefe an ihn vom päpstlichen Nuntius Rongoniund dem Jesuitenfreunde AndreasBoboli, die Briefe von Marina Mni-