Die bemerkenswerthesten Kriege und Feldzüge dieser Periode. 193
Soldaten aus Italien, aus der Armee der französischen Ligue, und aus denNiederlanden, wo sie sich bis dahin verborgen gehalten hatten, unterseine Fahnen. Die besten Truppen stiessen aus Italien unter AlexanderFarnese, Prinz von Parma, zu ihm. Bald hatte Don Juan etwa20000 Mann um sich versammelt. Die Niederländer, auf ihre überlegeneZahl bauend, stellten sich (Anfang Januar 1578) 30000 Mann stark ineinem befestigten Lager fast unter den Mauern von Namur auf, um dieseGarnison besser im Schach zu halten. Aber zu Ende des Januar tratensie den Rückzug auf Gembloux an, wurden von Don Juan verfolgt, ein-geholt und bei Gembloux (31. Januar 1578) vollständig geschlagen.Furcht und Verzagtheit ergriff die Niederländer. Der Prinz vonOranien, der bei ihm weilende Erzherzog Matthias von Oesterreichund die Regierungsbeamten suchten in Antwerpen Zuflucht. Doch wagteDon Juan nicht Brüssel anzugreifen, sondern beschäftigte sich mitWegnahme der befestigten Städte: Gembloux, Löwen, Philippeville,Tirlemont, Nivelles u. s. w. Die folgenden Unternehmungen waren un-wichtig, und als dann das Auftreten eines neuen niederländischen Heeresunter dem Befehl des Grafen B o s s u wichtigere Kriegsereignisse anzu-kündigen schien, starb Don Juan (I. Oktobei\1578) und seine Gewaltging auf den Prinzen von Parma über.
§. 148.
Bemerkenswertheste Kriegsoperationen des Prinzen von Parma undMoritz' von Oranien, von 1579—1593.
Der Prinz von'Parma war der würdigste Nachfolger DonJuan' s , aber die bedeutendsten Kriegsoperationen desselben fanden erstnach der Ermordung (1584) des Prinzen von Oranien statt, an dessenStelle der Prinz Moritz, sein berühmter Sohn, trat. Trotzdem das Ver-halten des Prinzen von Parma durch die inneren Unruhen in den Nie-derlanden, Streitigkeiten der politischen Parteien, Beruhigung der wal-lonischen Provinzen und Aussöhnung ihrer Stände mit Spanien, sowiedie Unordnungen in Gent und Flandern sehr erleichtert wurde, so sinddoch die Operationen zweier so geschickter Heerführer, wie dieser undder Prinz Moritz von Oranien, gegeneinander von grossem Interesse.Durch geschickt combinirte Bewegungen verstand der Prinz vonParma immer die Verbindungen der Hauptstädte mit dem übrigenLande zu unterbrechen, und unterwarf sie dann leicht durch offene Ge-walt, durch Hunger oder durch Unterhandlungen. So wurde ganz Flan-dern, dann auch Brabant wieder unter die Gewalt des Königs von" Spaniengebracht. Während so der grössere Theil der Städte mit den Spaniern
Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte II. 2. 13