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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Die bemerkenswerthesten Kriege und Feldziige dieser Periode. 173

mit den Donau-Städten und dem rechten Donau-Ufer aus seiner Stellungheraus zu locken. Der mit einem Truppencorps auf Donauwörth entsen-dete Farnese marschirte sehr rasch und heimlich gegen diese Stadtvor und bemächtigte sich derselben. Nun ging die ganze Armee K a r l's V.nach Donauwörth und stellte sich mit dem Rücken dagegen, linkenFlügel an der Donau, in einem verschanzten Lager, unter Besetzung vonDillingen und Bedrohung von Ulm und Augsburg auf. Das erschreckteAugsburg berief von dem protestantischen Heere Schärtlin mit denAngsburgschen Stadttruppen zurück. Es war schwer Augsburg zu er-reichen, weil zwischen dieser Stadt und dem protestantischen Heere sichüberall kaiserliche Truppen befanden. Trotzdem brach Schärtlinmuthig nach Augsburg auf, schlug sich durch die nahe dabei liegendenSpanier durch, erreichte Lauingen, gelangte über die Donau und traf inAugsburg ein, allerdings nach ziemlich erheblichem Verluste an Leutenund Einbusse der Artillerie. Lauingen ergab sich bald an Karl V.. daseine Armee jenseits der Brenz lagerte; die protestantische hatte ihrerseitssich gegenüber in dem stark befestigten Lager von Gingen aufgestellt.6 Wochen standen sich Beide so gegenüber, den kleinen Krieg eifrig undmit Geschick betreibend, einen Entscheidungskampf aber vermeidend.Schärtlin, welcher von Seiten Augsburg's gleichfalls den kleinen Kriegführte, schlug vor, in Württemberg 10000 Mann zu sammeln, die Besatz-ungen von Ulm, Augsburg und anderen Städten damit zu vereinigen, dieso gebildete Heeresmacht von ca. 40000 Mann auf Lauingen zu dirigiren,und die Armee Kar l's V. dadurch zwischen zwei protestantische Heerezu bringen. Aber der Kurfürst und Landgraf ertheilten diesem Planenicht ihre Zustimmung. Ihre Unentschlossenheit erregte allgemeinen Un-willen in den protestantischen Ländern und Heeren; in den Letzterengriffen Desertionen um sich, und viele Mitglieder des Bundes, sogar dieStadt Nördlingen, traten in Unterhandlungen mit Karl V. Den Ein-fall von KaiTs Bruder , Ferdinand, aus Böhmen in Sachsen und dieRänke des Prinzen Moritz von Sachsen vermehrten noch die schwierigeLage der Protestanten. Hierdurch erschreckt Hessen endlich der Kur-fürst und Landgraf sich auch in Unterhandlungen mit Karl V. ein.Aber die Bedingungen, welche dieser stellte, waren so drückend für dieProtestanten, dass die Verhandlungen zu Nichts führten, und nach langemSchwanken brachen der Kurfürst und Landgraf nach Heidenheim auf.Von hier wendete der Erstere sich mit den sächsischen Truppen nachFrankfurt a/Main, der Letztere und alle übrigen Truppen kehrten in ihreLänder zurück. So hatte die protestantische Armee sich aufgelöst, dieMacht der Protestanten war gebrochen, der Krieg schien beendet. AberKarl V. fuhr fort ihn aufs Nachdrücklichste zu führen, ohne Kücksichtauf den früh eintretenden strengen Winter. Nördlingen, Heilbronn, Ulm