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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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172 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

testantische Krieger versammelt. welche in Italien, Frankreich, Ungarngekämpft hatten und kundige erprobte Offiziere besassen. Zum Unglückward das Obercommando zwischen dem Kurfürsten von Sachsen und demLandgrafen von Hessen getheilt und der zum Oberfeldherrn weit geeig-netere Schärtlin ihnen unterstellt. Zwischen diesen drei Personenkonnte unmöglich Einverständniss herrschen, ausserdem waren der Kur-fürst sowohl wie der Landgraf sehr unentschlossen. Anstatt ihre Con-centrirung und ihre überlegene Macht auszunutzen und rasch auf Regeiis-burg zu rücken, wo Karl V. noch wenige Truppen hatte, hielten sie sichmit der Belagerung von Eain auf. Während dessen aber hatte Karl V.sich durch eintretende Verstärkungen gekräftigt und giug unter Zurück-lassung der Artillerie und von 4000 Mann Besatzung in Regensburg nachLandshut den spanischen und päpstlichen Truppen entgegen. Langeschwankten die Protestanten, ob sie sich nach Landshut oder Regensburgwenden sollten, endlich, besorgt, rlass Karl V. sich gegen Sachsen wen-den könne, gingen sie auf das linke Donau-Ufer und marschirten langsamauf Regensburg, Karl V. aber zog in Landshut 8000 Mann päpstlicheTruppen unter Befehl von Octavio Farnese und eine grosse Zahldeutscher Landsknechte an sich. Rasch kehrte er nach Regensburg zu-rück , nahm dort die Artillerie mit und marschirte dann ebenso schnellauf Ingolstadt, ungefähr mit 5-1 55000 Mann. Bei Ingolstadt stiesseubeide Heere aufeinander: Karl V. stellte das seine in einer günstigendurch Schanzen bedeutend verstärkten Vertheidigungsstellung auf. DieProtestanten wollten ihn angreifen, stellten sich in Schlachtordnung gegenihn, eröffneten ein heftiges Geschützfeuer, konnten aber über die Art wieer anzugreifen sei, in keiner Weise schlüssig werden. 5 Tage standensich so beide Heere gegenüber und führten den kleinen Krieg geschickt:am 6. Tage rückten die Protestanten über Neuburg. Donauwörth nachWemdingen den kaiserlichen Truppen entgegen, welche in Gewaltmär-schen aus den Niederlanden unter Van Bühren's Befehl zur Vereinig-ung mit Karl V. heranzogen. Diese Vereinigung wollten die Pro-testanten verhindern, V a n B ü h r e n aber, durch Kar I.V. hiervon unter-richtet, schlug eine andere Richtung ein und führte 4000 Reiter und 10000Mann Fussvolk über Nürnberg und Regensburg glücklich Karl V. zu.Nun war des Letzteren Armee der der Protestanten gleich stark und gingentschlossen und kühn zur Offensive über. Karl V. zog auf Neuburgund, nachdem sich diese Stadt ergeben, auf Nördlingen, wohlgeordnetund mit Vorsichtsmaassregeln. Anfang Oktober trafen beide Heere beiNördlingen ein. Das der Protestanten stellte sich in so gut gewählterund starker Position auf, dass Karl V. es nicht anzugreifen wagte, inder Hoffnung aber, es ohne Kampf durch blosses Zaudern aufzureiben,beschloss er es durch Bedrohung der für jenes so wichtigen Verbindungen