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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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16S HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

von Verstärkungen nöthigten den Grafen jedoch zur Aufhebung dieserBelagerung und zum Rückzug nach den Niederlanden. Kurz danachwurde für die Picardie und Niederlande ein Waffenstillstand vereinbart,in Piemont aber erneute sich der Krieg mit wechselndem Erfolge zwischenAlpen. Po und Tanaro, wo die verbündeten Heere unter dem MarquisGuasto (oder Vasto) und die Franzosen unter Rangone, dann unterD'Humieres und Montmorency sich gegenseitig Städte entrissen.Endlich aber wurden die Verbündeten nach Asti abgedrängt, und dieFranzosen bemächtigten sich aller Städte in Piemont zwischen Alpen undTanaro. Das Bündniss Franz' I. mit dem Sultan Suleimanl. unddie Operationen des Letzteren in Ungarn und zur See gegen das König-reich Neapel, obschon noch nicht von vollem Erfolge begleitet, zwangenaber Karl V. im Jahre 1538 einen Waffenstillstand auf 10 Jahre zuschliessen.

§.137.4. Krieg Franz' I. mit Karl V. (154244).

Im Jahre 1542 entbrannte der Krieg von Neuem aus einem doppeltenAnlass, einmal, weil Karl V., welcher versprochen hatte das HerzogthumMailand an Franzi, abzutreten, es seinem Sohne Philipp verliehenhatte, und danu weil i. J. 1541, als Karl V. eine Expedition gegenAlgier unternommen hatte, 2 Gesandte Franz' L, welche über Venedignach Constantinopel reisten um eine neue Alliance mit Suleiman I.zu schliessen, auf Befehl Karl's V. heimlich ermordet worden waren.Die Franzosen beabsichtigten, sich mit einem Theil ihrer Kräfte inItalien auf der Defensive zu halten, mit der Hauptkraft aber aufsEntscheidenste in Roussillou und Luxemburg vorzugehen. Eine starkeArmee unter Befehl des Herzogs von Orleans und unter diesemdes Herzogs von Guise bemächtigte sich in kurzer Zeit fast desganzen Herzogthums Luxemburg. Eine andere starke Armee, vom Dau-phin und unter ihm vom Marschall D'Annebaut befehligt, belagertePerpignan; die hartnäckige Verteidigung dieser Stadt, Krankheiten imHeere, und die Gefahr von herbstlichen Ueberschwemmungen der Flüsseveranlassten ihn zur Aufhebung der Belagerung und zum Abzüge. InPiemont behauptete sich Lange-Dubelle mit 5000 Mann erfolgreichgegen 15000 Mann Kaiserlicher. Später drang auch D'Annebaut'sHeer in Piemont ein, konnte aber nichts Bedeutendes ausrichten.

(1543). Die hauptsächlichsten Anstrengungen wurden von beidenTheilen in den Niederlanden gemacht. die wichtigsten Ereignisse aberfanden in Italien statt. Das Herzogthum Luxemburg wurde den Fran-