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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Die bemerkenswerthesten Kriege und Feldzüge dieser Periode. J 67

voyen ihm den Durchmarsch durch sein Gebiet. Die französische Armeeunter Befehl des Admirals Brion-Chabot eroberte ohne Mühe fastganz Savoyen und war bereits bis zum Mont-Cenis gelangt, als der Toddes kinderlosen Herzogs von Mailand die politische Situation änderte.Karl V. knüpfte Unterhandlungen an, aber lediglich um Zeit zu gewin-nen. Dann aber zog im Frühjar 1536 Brion-Chabot über die Alpenund stellte sich, nachdem er die Verbündeten über Turin hinausgedrängthatte, zwischen Turin und Chivasso auf, um die Versammlung der ganzenArmee abzuwarten, deren Stärke sich auf 34000 Mann belief. Der ausAfrika zurückgekehrte Karl V. befahl seinen Truppen über die Sesia zugehen. Franzi., welcher wollte, dass das ganze Unrecht eines Beginnsder Offensive auf Karl V. fallen solle, verbot Brion Chabot dasUeberschreiten der Sesia und befahl ihm, sich nur auf die Vertheidigungvon Piemont zu beschränken; gleichzeitig wurden wirksame Maassregelnzur Vertheidigung der Südprovinzen von Frankreich getroffen. DieTruppen Karl's V. nahmen nach Ueberschreitung der Sesia zuerst dieUnterwerfung von Fossano, Coni und Turin vor. Coni und Fossano er-gaben sich ihnen, die Belagerung von Turin aber mussten sie aufheben.Bald darauf fiel Karl V. mit 50000 Mann zu Fuss und 30000 Mann zuPferde in die Provence ein, drang gegen Grasse und Antibes vor, wobeidie mit Artillerie und Lebensmitteln versorgte Flotte ihn längs der Küstebegleitete. Franz I. hatte sich mit einem Theile seiner Truppen beiValence, der Marschall Montmorency mit der Hauptmacht bei Avignonin einem stark befestigten Lager aufgestellt, und in dieser Vertheidig-ungsstellung erwarteten sie das Herannahen KaiT's V. Der Uebergangüber die Alpen und der Marsch durch die von den Franzosen ausgesogeneProvence unter fortwährenden Kämpfen mit französischen Abtheilungeuund bewaffneten Einwohnern kosteten der Armee KaiT's V. ungewöhn-liche Verluste und Mühen. Das Lager von Avignon wagte er nicht an-zugreifen, und so belagerte Karl V. Marseille, konnte aber weder dieseStadt noch Arles in seinen Besitz bringen, noch auch im Rhöne-Thale inLanguedoc eindringen und musste schliesslich den Rückmarsch nachItalien antreten, wobei die Artillerie und Bagage zur See auf der Flotteeingeschifft wurde. Dieser Rückzug war höchst kläglich : auf allen Sei-ten von französischen Truppen und bewaffneten Einwohnern umringt undbedrängt, unaufhörlich im Kampfe mit ihnen, Hunger und Mangel erdul-dend, von Krankheiten ermattet, kam die Armee K arl's V. nur langsamvon der Stelle und erlitt ungeheure Verluste. Die Franzosen verfolgtensie nur bis zu den Alpen, weil zur selben Zeit Graf Heinrich vonNassau mit 27000 Mann niederländischen Truppen in die Picardie ein-gedrungen war, sie verwüstete, Guise genommen hatte und Peronne be-lagerte. Die hartnäckige Vertheidigung dieser Stadt und das Herannahen