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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Die bemerkenswerthesten Kriege und Feldzüge dieser Periode. 163

land zum Lago Maggiore, um in Arona den Schatz der Verbündeten auf-zuheben. Colonna aber verlegte ihm den Weg, indem er sich zwischenMailand, Lodi und Monza bei La Bicoca aufstellte, einem alten Lust-schlosse der Herzöge von Mailand, mitten in einem ausgedehnten undvon einem breiten und tiefen Graben umgebenen Thiergarten. DieSchweizer, welche Geld oder Kampf forderten und anderenfalls abzu-rücken drohten, nöthigten Lautrec wider Willen Colonna anzugreifen.Dabei traf er aber so unsinnige Anordnungen, dass in der sich entspin-nenden Schlacht von La Bicoca (22. April 1522) die französische Armeebesiegt wurde. In Folge dessen marschirten die Schweizer zurück nachder Schweiz, die Venetianer schlössen ein Bündniss mit Karl V., dieFranzosen behielten in ganz Italien nur die einzige Citadelle von Cre-mona in ihrem Besitze.

Im Jahre 1523 traten Karl V., Heinrich VIII., Papst Hadrian VI.,die Bepubliken Venedig und Genua, der Herzog von Ferrara, und derMarquis vonMantua zu einem Bündniss (dem römischen) gegen Franz I.zusammen. Der Letztere begann in Lyon Truppen zusammen zu ziehenund wollte den Verbündeten durch eine Offensive in Italien zuvorkom-men. Seine Schwäche, sein Leichtsinn und Unverstand, sowie die Intri-guen seiner Mutter waren schuld, dass der Connetable Karl von Bour-bon, aller seiner Erbbesitzungen in Frankreich beraubt, zu dieser Zeitsich auf die Seite Karl's V. schlug. Dieser Umstand zwang Franz I.in Frankreich zu bleiben, um Maassregeln zur Vertheidigung des Landeszu treffen, und die 25000 Mann starke französische Armee, welche fürdie Operationen in Italien bestimmt war, dem Admiral Bonnivet anzu-vertrauen, dessen Unfähigkeit und Fehler die Ursachen eines vollständi-gen Misserfolges der französischen Waffen in Italien wurden. Zu Anfangbemächtigte Bonnivet sich des ganzen auf dem rechten Tessin-Ufer ge-legenen Theiles vom Herzogthum Mailand, erzwang den Uebergang überdiesen Fluss und hätte sich nun, den über die Mailänder gekommenenSchrecken ausnutzend, sich mit leichter Mühe in den Besitz der StadtMailand setzen können. Statt dessen Hess er sich mit ihnen in Unter-handlungen ein, welche sich lange hinschleppten, und verlor umsonsteine Menge Zeit; endlich, als er die Erfolglosigkeit der Unterhandlungeneinsah und in der Hoffnung. Mailand durch Hunger zur Uebergabe zuzwingen, schloss er diese Stadt ein, anstatt sie ernstlich zu belagern.Binnen Kurzem aber bedrängten die Truppen der Verbündeten die fran-zösische Armee und versorgten die Stadt mit Lebensmitteln. Genöthigtauf die Einnahme von Mailand zu verzichten, schickte Bonnivet seineArtillerie und Infanterie nach Piemont. er selbst stellte sich mit den übri-gen Truppen in der Umgegend von Biagracco auf, um das Eintreffen vonVerstärkungen aus Frankreich und von Schweizern aus der Schweiz ab-