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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Die bemerkenswerthesten Kriege und Feldziige dieser Periode. 161

Papst Leo, welcher seine Truppen zurückberief und den FranzosenParma und Piacenza überliess. Dann kehrte Franz I. nach Frankreichzurück, nachdem er den Connetable von Bourbon zu seinem Statthalterim Herzogtlmm Mailand eingesetzt hatte. Nach seiner Abreise belagertenFranzosen und Venetianer Brescia und Verona. Maximilian aber,welcher mit deutschen und schweizerischen Truppen in Italien einge-troffen war, zwang sie die Belagerung dieser Städte aufzugeben, undschloss die Franzosen in Mailand ein. Sie behaupteten sich mit Nach-druck, und Maximilian kehrte bald nach Deutschland zurück, seinHeer ging auseinander, und die Franzosen und Venetianer nahmenBrescia.

§. 134.1. Krieg Franz' I. mit Karl V. (1521 26).

Der Tod Maximiliah's I. (i. J. 1519) führte Karl V. auf denThron des Reiches und vereinigte in seiner Hand die Gewalt überDeutschland, Spanien, Niederlande, Franche-Comte, das Königreichbeider Sicilien, und alle von Columbus entdeckten Lande. Karl V.erschien als der mächtigste Fürst von Europa und als Nebenbuhler desehrgeizigen Franz' I. Diese Rivalität führte endlich (1521) zum Kriegezwischen Frankreich und Oesterreich um das politische Uebergewicht inEuropa. 23 Jahre (bis 1544) dauerte dieser Krieg unter wechselndemErfolge, er endete aber zu Gunsten Karl's V.; er ist in kriegerischerHinsicht ebenso bemerkenswerth, wie in politischer.

(1521). Karl V. hatte Heinrich VIII. von England durch diePerson des Cardinais Wolsey auf seine Seite gebracht und eröffnete denKrieg gegen Franz I. in den Niederlanden. Als er in Frankreich ein-drang, stiess er auf Franz I. bei Valenciennes; aber die beiden Gegnergingen ohne Kampf auseinander und die Kriegsereignisse beschränktensich auf Belagerung und Wegnahme mehrerer Städte und Festungen. InSpanien eroberten die Franzosen Fuentarrabia. In Italien schloss PapstLeo X. ein Bündniss mit Karl V., und Beide beschlossen, die Franzosenaus dem Herzogthum Mailand zu vertreiben und auf den mailändischenThron den Sohn Maximilian's Sforza, Namens Franz, zu setzen.Sie brachten den Marquis von Mantua und die Republik Florenz auf ihreSeite, nahmen Schweizer in Dienst und sammelten in Bologna 18000 MannFussvolk und 3600 Mann Reiterei, deren Oberbefehl sie Prosper Co-lonna übertrugen, und unter ihm befehligte der Marquis Pescara diespanischen Truppen.

Die Umstände waren den Verbündeten günstig: von Hass gegen dieFranzosen, namentlich gegen Lautrec, den Statthalter Franz' I., ge-

Galitziu, AUgein. Kriegsgeschichte II. 2. 11