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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Die bemerkenswerthestcn Kriege und Feldzüge dieser Periode. 159

Maximilian I., Ferdinand der Katholische, und der Herzogvon Mailand schlössen ihrerseits ein Bündniss mit den Schweizern, undhatten zuerst beschlossen, dass sie und die Spanier von 2 Seiten denKrieg nach Südfrankreich tragen sollten. Als aber Franz I. eine Alli-ance mit der Republik Venedig, dem Herzoge von Savoyen, und demDogen von Genua geschlossen hatte, und der Letztere darein willigte inAbhängigkeit von Franz I. zu treten und Genua den französischen Trup-pen zu überlassen, waren die Gegner Franz' I. schon genöthigt, nurnoch auf die Vertheidigung von Italien Bedacht zu nehmen. In Folgedessen besetzten 20000 Schweizer die Alpenpiisse, Cardone mit denspanischen und einer kleinen Zahl von Reichstruppen wandte sich nachVerona zur Festhaltung der Venetianer, und Lorenzo Medici stelltesich mit den päpstlichen Truppen bei Piacenza auf.

Nachdem er seine Kriegsrüstungen beendet und bei Lyon ungefähr7000(1 Mann nebst zahlreicher Artillerie versammelt hatte, zog Franz I.im August 1515 über Grenoble und die Alpen nach Italien. Der Conne-table Karl von Bourbon befehligte die Avantgarde, der König selbstdie Hauptmacht, der Herzog von Alencon die Arrieregarde.

Bis dahin waren die Franzosen gewöhnlich entweder über den Mont-Ceuis, Mont-Genevre, und den Pass von Susa, oder aber durch die Graf-schaft Nizza nach Italien vorgedrungen; die Schweizer aber hatten dieersteren 3 Pässe besetzt, und durch die Grafschaft Nizza zu ziehen, warsehr weit, auch die Jahreszeit schon zu vorgerückt. Zum Glück ent-deckten die Franzosen einen bislang unbekannten und von den Schwei-zern nicht besetzten Weg über die Alpen, nämlich durch den Pass vonArgentieres, südlich vom Mont-Genevre. Dahin wurde denn auch dieHauptmacht von Grenoble aus dirigirt, während 2 andere Corps einenScheinangriff gegen den Mont-Cenis und Mont-Genevre ausführten. NachStägigem Marsche durch das Gebirge, der mit ungewöhnlichen Hinder-nissen, Mühen und Anstrengungen verknüpft war, betrat die französischeArmee Piemont und erreichte den oberen Po. Die Franzosen machteneinen plötzlichen Augriff auf Villafranca und nahmen den dort befind-lichen Pros per Colonna und verbündete Truppen (meistens Reiterei)gefangen. Zur selben Zeit ergaben sich Alexandria, Tortona und allemailäudischen Städte auf dem rechten Po-Ufer an Aymar-de-Prie undau das Heer, das aus Frankreich zur See nach Genua geschickt und von4000 Genuesen verstärkt worden war. Dadurch wurden die Schweizerzum Rückzüge in das Herzogthum Mailand gezwungen, unter Zurück-lassung ihrer gesammten Artillerie in Novara. Sie hätten abgeschnitten,umzingelt und geschlagen werden können , aber die französische Armeewar noch nicht ganz beisammen, und Franz I. befand sich selbst nochjenseits der Alpen. Sobald aber die Armee sich versammelt hatte und