] 58 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
Kräfte, die vor Ravenna erlittene Einbusse fast des gesammten Fuss-volkes und der Einfall der Schweizer nötliigten die Franzosen zur Räum-ung - des Herzogthums Mailand, indem sie Besatzungen nur in den Burgenvon Mailand, Cremona und Genua zurückliessen
Im Jahre 1513 schickte Ludwig XII. seinen Feldherrn La-Tri-mouille mit einem neuen etwa 17—18000 Mann starken Heere, welchemTavannes mit 5000 Landsknechten folgen sollte, in das HerzogthumMailand. Der grösste Theil der mailändischen Städte erhob sich gegenihren neuen Herzog Maximilian Sforza, welchem nur Como undNavarra verblieb. In letzterer Stadt wurde er und die Schweizer vonLa-Trimouille belagert, — aber das Eintreffen von 10000 Mann fri-scher schweizerischer Truppen aus der Schweiz zwang La-Trimouille,die Belagerung aufzuheben und nach La-Riotta bei Navarra zurückzu-gehen, um die Ankunft Tavanne's abzuwarten. Hier wurde La-Tri-mouille von 11000 Schweizern unter Befehl ihres tapfern Hauptmannsoder Führers Mo ten angegriffen und geschlagen. In Folge dessen zogLa-Trimouille sich nach Frankreich zurück, trotzdem die Bewohnervon Mailand für die Franzosen günstig gesinnt waren und Letztere sichim Besitz der hauptsächlichsten mailändischen Festungen befanden.
Dieser Feldzug der Franzosen in Italien war der letzte unter Lud-wig XII. Mit dem Verluste von Genua büssten die Franzosen alle vonihnen jenseits der Alpen gemachten Eroberungen wieder ein.
§. 133.
1. Feldzug Franz' I. in Italien und Eroberung des HerzogthumsMailand durch, ihn (1515 —16).
Als Franz I. auf den Thron gestiegen war, hatte er die Absicht dasHerzogthum Mailand zu erobern und die früheren Misserfolge der fran-zösischen Waffen in Italien wieder gut zu machen. Um die Aufmerk-samkeit Italiens, Deutschlands, Spaniens und Englands einzuschläfernund sie über seine wirklichen Absichten zu täuschen, knüpfte er Unter-handlungen mit ihnen an, welche scheinbar nur die Aufrechterhaltungdes Friedens bezweckten, während dessen aber rüstete er eifrig zumKriege. Er vermehrte die Zahl seiner regulär organisirten Reiterei inden Ordonnanz - Compagnien auf 24000 Mann, warb in Frankreich,Deutschland, Graubünden. Navarra und den Niederlanden ein zahlreichesFussvolk (von welchem ein Theil durch den aus spanischen in französischeDienste getretenen Pedro von Navarra nach Art des spanischen Fuss-volks organisirt wurde), stellte eine bedeutende Geschütz-Zahl bereit,und gab den Truppen auf, sich an der Rhone um Lyon zu sammeln.