156 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjiihrigen Kriege etc.
tion von Fontanelle auf dem linken Adda-Ufer auf, 4 — 5 Meilen vomFlusse entfernt. Ludwig XII. hatte im Herzogthum Mailand etwa32000 Mann versammelt (12000 Reiter, 6000 Schweizer und 14000 Mannfranzösisches Fussvolk) und eine grosse Anzahl von Geschützen, über-schritt die Adda bei Rivolta ohne Widerstand und marschirte, um dievenetianische Armee aus ihrer befestigten Stellung zu locken, auf Pandinound Valla auf deren Verbindungen mit Crema und Cremona, von woher"sie die Lebensmittel bezog. Dadurch waren Petigliano und A1 vianogezwungen, in 2 Colonnen dahin zu marschiren, von denen die den Fran-zosen zunächst marschirende und aus der Mehrzahl der Truppen besteh-ende von Alviano geführt wurde. Bei dem Dorfe Agnadello stiessAlviano auf das französische Heer und Hess, den ihm gegebenen Befehlentgegen, sich in einen Kampf ein; er wurde geschlagen und verlor dieganze Artillerie, Bagagen, und 6000 Gefangene, darunter er selbst war.Dann entliess Ludwig XII., nachdem er viele venetianische Städteunterworfen, sein Heer und begab sich für seine Person nach Frankreich.Nach seiner Entfernung führte Maximilian L, welcher mit einemdeutschen Heere in Italien erschienen war und von Ludwig XII. 4200französische Reiter übernommen hatte, einen erfolgreichen Krieg gegendie Republik, mit Ausnahme der erfolglosen Belagerung von Padua, dasvon den Venetianern besetzt war. Bald aber zog er, aus Anlass von Zer-würfnissen mit Ludwig XII., nach Deutschland zurück. Das machtePapst Julius IL sich zu Nutze, näherte sich der Republik Venedig undschickte seine Truppen, um von der einen Seite zu Lande und zur SeeGenua anzugreifen, von der andern Seite aber den mit Ludwig XII.verbündeten Herzog von Ferrara. Zu dieser Zeit drohten 12000 Schwei-zer mit einem Einfall in das Herzogthum Mailand von der Seite vonBellinzona her. Chaumont, welcher die französischen Truppen iminailändischen Herzogthume commandirte, auf diese Weise von 3 Seitendurch Schweizer, Venetianer und päpstliche Truppen bedroht, wendetesich zunächst gegen die Ersteren und zwang sie, indem er den kleinenKrieg gegen sie führte, schliesslich zur Rückkehr in die Schweiz. In-zwischen war die päpstliche Armee durch ferrarische und französischeTruppen von den Grenzen des Herzogthums Ferrara abgewehrt, hatteaber Modena genommen, und die Venetianer schlössen Vicenza und Leg-nano ein. Nach Vertreibung der Schweizer nöthigte Chaumont dieVenetianer nach Padua abzuziehen und wendete sich nach Bologna undModena (1511) gegen die Armee des Papstes. Diese, durch venetianischeTruppen verstärkt, operirte zunächst mit Erfolg zwischen Bologna.Modena und Ferrara; endlich aber zwang Trivulzio, der an des ver-storbenen Chaumont Stelle getreten war, sie sich in Unordnung aufBologna zurückzuziehen, unter Zurücklassung von Artillerie und Fahr-