152 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
2500 Schweizer) und unternahm den Rückmarsch auf demselben Wege,auf welchem er gekommen war. Zu derselben Zeit rückte Ferdinandin Calabrien ein, und die venetianische Flotte bedrohte die Küsten vonApulien.
Und auch bei diesem Rückmarsch verfuhr Karl VIII. eben so un-klug und unvorsichtig, wie im Königreich Neapel. Anstatt sich Mühe zugeben, dass er sich verstärke oder wenigstens nicbt schwäche und seinenMarsch beschleunigte, um Zeit zu gewinnen, verlor er vielmehr dieseganz nutzlos, wollte nicht einwilligen, dass den Florentinern ihre Festun-gen zurückgegeben würden, wofür sie ihm Truppen und Geld zu liefernversprachen, legte überall Garnisonen hin, und schwächte dadurch seineHeerhaufen.
Aber das Glück war ihm in erstaunlicher Weise hold. Wenn er Feh-ler machte und unbesonnen handelte, so machten seine Gegner es nichtbesser. Nicht zufrieden damit ihn von Frankreich abzuschneiden, wolltensie ihn einschliessen und sein Heer aufreiben, ihn selbst aber gefangennehmen. Zu diesem Zwecke wurden 35000 Mann der Verbündeten beiFornovo (oder Foronovo) auf einer weiten vom Flusse Taro durchschnit-tenen Ebene den Apenninenpässen gegenüber aufgestellt, welche aufdiese Weise unbesetzt blieben. Karl VIII. benutzte dies, und es gelangihm von Pontremoli mit der Artillerie und dem Train die Apenninen zuüberschreiten, wenn auch mit unglaublichen Schwierigkeiten und An-strengungen. Nach Passiren des Gebirges wurde er von der verbündetenArmee angegriffen, wusste sich aber in der nun erfolgenden Schlacht anden Ufern des Taro-Flusses unweit Fornovo (7. Juli 1495) der von denVerbündeten gegen seine Avantgarde und Arrieregarde sich richtendenAngriffe, welche ohne Zusammenhang und Kunst vereinzelt ausgeführtwurden, gerade als er über den Taro gehen wollte, glücklich zu er-wehren. Die Verbündeten wurden zurückgedrängt und seinerseits derRückmarsch auf Asti ohne bedeutende Hindernisse fortgesetzt. Hiermachte er Halt, um die Befreiung von Novara und des darin belagertenHerzogs von Orleans abzuwarten. Dieser Letztere war in Asti geblieben,während Karl VIII. sich in Neapel befand, und hatte die Angriffsopera-tionen gegen Novara begonnen, in der Absicht das Herzogthum Mailandfür sich zu erobern, er hatte also zu den Fehlern Karl's VIII. noch seineeigenen hinzugefügt. Nachdem er sich Novara's bemächtigt, wurde erdurch die mailändischen Truppen und die Trümmer der bei Fornovo ge-schlagenen verbündeten Armee belagert und durch Hunger und Krank-heiten so weit gebracht, dass er sich ergeben haben würde, wenn nichtdie angeknüpften Friedensunterhandlungen zum Frieden von Vercellizwischen Karl VIII. und dem Herzog von Mailand geführt hätten. DemHerzog von Orleans wurde der freie Abzug aus Novara bewilligt,