144 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissijrjiilirigen Kriege etc.
seine Zustimmung ertheilte, so kam diese Versammlung nicht zu Stande,und die Czechen kehrten mit ungeheurer Beute heim, von wo sie baldaufs Neue losbrachen, die Einen nach Schlesien, die andern nach Ungarn.In Schlesien half Sigismund Koributowitsch ihnen, ihre Feinde end-gültig zu unterwerfen, in Ungarn aber stiessen sie auf heftigen Wider-stand von Seiten des Königs Sigismund und seines ganzen Heeres, undobgleich sie in der blutigen Schlacht bei Tirnau den Sieg gewannen, sohatten sie ihn doch durch den schweren Verlust von fast 2000 Manu er-kauft. Unterdessen erschien Prokop Holy in Mähren und suchte beson-ders die Stadt Brunn in seinen Besitz zu bringen, deren Umgebungen erverheerte. Als einige schlesische Fürsten sich erhoben und namentlichdie Stadt Nimptsch angriffen, zog Prokop gegen sie, vertrieb sie undnahm die Stadt Otmachau.
Die häufigen und schweren Niederlagen, welche die Czechen ihrenNachbarn beibrachten, schwächten die Letzteren, sodass sie den Friedenersehnten. Deshalb wurde von allen Seiten Papst Martin V. angegangen,dass die Kirchenversammlurig in Basel unabänderlich in der festgesetztenZeit, im März 1431 eröffnet werden solle. Der Papst aber wünschte dasnicht, er hoffte noch immer die czechische Heresie mit Gewalt derWaffen auszurotten und zu einem neuen Feldzuge gegen Böhmen sowohlden König Sigismund, als Wladislaw von Polen und Vitold vonLithauen zu vermögen. Der Letztere aber starb (am 27. Oktober 1430)und als die Lithauer an seiner Stelle Wladislaw's jüngeren BruderSwidrigail erwählten, trat Wladislaw in Friedensunterhandlungen mitden Czechen, um ihre Hülfe gegen Swidrigail und dessen Verbündete,die preussischen Ritter, zu gewinnen, und berief eine Versammlung be-hufs Glaubens-Verhandlungen mit ihnen nach Krakau, — welche jedochkein Resultat brachte. Im Herbst 1430 verband sich aber Sigismundmit dem Papste und den Reichsfürsten über Maassregeln zum Schutzeder Grenzen gegen die Czechen, und im Frühjahr 1431 beschloss derReichstag zu Nürnberg die Aufstellung eines neuen Heeres und einenabermaligen Zug nach Böhmen, und Papst Eugen IV., Nachfolgerdes am 20. Februar 1431 gestorbenen Martins V., bestätigte diesenBeschluss.
Der 4. Kreuzzug gegen die Czechen (1431). Inzwischen hattenin Böhmen auf den Landtagen zu Prag und dann in Eger, Frühjahr 1431,zu welchen sich auch Gesandte Sigismund's, Wladislaw's und derReichsfürsten einfanden, die Besprechungen und Debatten über Glaubens-angelegenheiten zu Nichts geführt. Nun rüsteten sich beide Theile zumKriege, die Czechen hatten zuerst ein Heer auf den Beinen und drangenunter Führung von Prokop Holy in den Pilsener Kreis. Vor Allem ver-suchten sie Pilsen in ihren Besitz zu bringen, doch da ihnen das nicht